Schwere Gewitter mit Hagel und Starkregen haben am vergangenen Wochenende im Unterallgäu große Schäden angerichtet. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Flächen, auf denen teils ganze Ernten vernichtet wurden. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands sind vor allem Getreide- und Maisfelder betroffen.
Hagel und Starkregen verursachen Millionenschäden
Bereits am Freitagabend zogen heftige Gewitterzellen über die Region. Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern schlugen auf die Felder ein und zerstörten die Pflanzen. Innerhalb weniger Minuten verwandelten sich grüne Äcker in eine braune Fläche. Landwirt Josef Miller aus Mindelheim schildert die Situation: „Das ist eine Katastrophe. Innerhalb von zehn Minuten war alles zerstört, was wir in den letzten Monaten aufgebaut haben.“
Die Schäden sind enorm. Nach ersten Schätzungen belaufen sie sich auf mehrere Millionen Euro. Der Bauernverband spricht von einer der schwersten Unwetterlagen der letzten Jahre. Besonders betroffen sind die Gemeinden Mindelheim, Bad Wörishofen und Türkheim.
Landwirte vor existenziellen Sorgen
Für viele Landwirte bedeutet der Totalausfall ihrer Ernte eine existenzielle Bedrohung. Sie müssen nun prüfen, ob Versicherungen die Schäden abdecken. Die meisten Betriebe haben jedoch keine Hagelversicherung abgeschlossen, da die Prämien in den letzten Jahren stark gestiegen sind. „Wir können nur hoffen, dass die Politik Hilfen bereitstellt“, sagt Kreisobmann Karl Fink.
Der Bayerische Bauernverband fordert von der Staatsregierung schnelle und unbürokratische Hilfen. Man habe bereits Kontakt zum Landwirtschaftsministerium aufgenommen. Erste Gespräche seien positiv verlaufen, heißt es.
Weitere Unwetter möglich
Die Wetterlage bleibt angespannt. Der Deutsche Wetterdienst warnt für die kommenden Tage vor weiteren kräftigen Gewittern. Die Landwirte hoffen nun auf eine Wetterberuhigung, um zumindest die Reste der Ernte retten zu können.
Die Aufräumarbeiten haben bereits begonnen. Viele Bauern sind damit beschäftigt, die zerstörten Felder zu begutachten und zu dokumentieren. Die Schadensmeldungen sollen in den nächsten Tagen bei den Behörden eingehen.
Blick in die Zukunft
Die Unwetter werfen auch Fragen nach dem Klimawandel auf. Extremwetterereignisse nehmen zu, und die Landwirtschaft muss sich anpassen. Experten raten zu robusteren Sorten und einer besseren Risikovorsorge. Doch das dauert Zeit, die den Bauern jetzt fehlt.
Bis zum Wochenende soll die Lage sich beruhigen. Dann können die Landwirte die Schäden genauer beziffern. Die Region steht vor einer schwierigen Erntezeit.



