Abschied von der Zivilisation: Leben auf altem Bauernhof
Abschied von der Zivilisation: Bauernhof-Sanierung

Geraldine Schüle hat sich entschieden, mit ihrer Familie einen historischen Bauernhof aus dem Jahr 1541 zu sanieren – ein Schritt, der sie weit weg von den Annehmlichkeiten der modernen Zivilisation führt. In einem Interview mit dem SPIEGEL erzählt sie von den Strapazen und den einschneidenden Veränderungen, die dieses Projekt mit sich bringt.

Ein Leben ohne Komfort

Die 38-Jährige berichtet, dass es auf dem Hof lange Zeit kein fließendes warmes Wasser gab. Auch die medizinische Versorgung ist alles andere als einfach: „Ich habe weder eine Frauenärztin noch einen Kinderarzt hier. Dafür müssen wir etwa eine Stunde fahren“, erklärt sie. Diese Distanz sei eine der größten Herausforderungen, besonders mit Kindern.

Nach einem Sturm musste die Familie zur Motorsäge greifen, um sich den Weg durch umgestürzte Bäume zu bahnen. Solche Situationen zeigen, wie sehr das Leben auf dem Land von der Natur und ihren Launen abhängt.

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Die Verantwortung überfordert zunächst

Auch die Verantwortung für Tiere und das Anwesen selbst war anfangs eine große Belastung. „Die Verantwortung für andere Lebewesen hat mich zu Beginn krass überfordert“, gesteht Schüle. Die tägliche Arbeit auf dem Hof, die Versorgung der Tiere und die Instandhaltung der alten Bausubstanz erfordern ein hohes Maß an Engagement und Durchhaltevermögen.

Warum sie es tut

Trotz aller Strapazen bereut sie ihre Entscheidung nicht. Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben im Einklang mit der Natur und die Faszination für das historische Gebäude haben sie zu diesem Schritt bewogen. Das Projekt ist ein langfristiges Vorhaben, das viel Geduld und Einsatz erfordert, aber auch eine besondere Erfüllung bietet.

Ein Blick in den Alltag

Der Alltag auf dem Hof ist geprägt von harter Arbeit und einfachen Freuden. Die Familie erlebt die Jahreszeiten intensiver und schätzt die Ruhe und Weite der Natur. Gleichzeitig müssen sie auf viele Annehmlichkeiten verzichten, die für andere selbstverständlich sind. Doch genau das macht für sie den Reiz aus.

Geraldine Schüles Geschichte zeigt, dass ein Leben abseits der Zivilisation möglich ist, wenn man bereit ist, Kompromisse einzugehen und die Herausforderungen anzunehmen. Ihr Bericht ist ein eindrucksvolles Beispiel für Mut und Entschlossenheit in einer Zeit, in der Bequemlichkeit oft an erster Stelle steht.

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