Die Notaufnahmen in Aichach und Friedberg verzeichnen eine Zunahme aggressiven Verhaltens von Patienten. Das berichten die Verantwortlichen der Kliniken. Diese Entwicklung stellt das Personal vor große Herausforderungen.
Häufigere Vorfälle im Klinikalltag
In den vergangenen Monaten haben die Vorfälle in den Notaufnahmen zugenommen. Das bestätigt die Klinikleitung. Konkrete Zahlen nennt sie zwar nicht, aber das Personal berichtet von einer spürbaren Zunahme. Besonders betroffen sind die Nacht- und Wochenenddienste, wenn alkoholisierte oder unter Drogen stehende Patienten kommen.
Die Mitarbeiter in den Notaufnahmen sind täglich mit aggressiven Patienten konfrontiert. Oft reicht schon eine längere Wartezeit, um die Situation eskalieren zu lassen. Die Patienten reagieren dann mit Beschimpfungen, Bedrohungen oder sogar körperlichen Angriffen. Das berichtet eine Pflegekraft, die anonym bleiben möchte.
Deeskalationstrainings als Gegenmaßnahme
Um das Personal zu schützen, setzen die Kliniken auf Deeskalationstrainings. Diese Schulungen sollen den Mitarbeitern helfen, Konflikte frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen. Die Kliniken investieren in diese Maßnahmen, um die Sicherheit am Arbeitsplatz zu erhöhen.
Die Trainings werden regelmäßig angeboten und sind für alle Mitarbeiter der Notaufnahmen verpflichtend. Inhalte sind unter anderem Kommunikationstechniken und Verhaltensregeln im Umgang mit aggressiven Patienten. Die Kliniken hoffen, so die Zahl der Vorfälle zu reduzieren.
Verstärkte Sicherheitsvorkehrungen
Neben den Trainings wurden auch die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. So gibt es in den Notaufnahmen in Aichach und Friedberg mittlerweile Sicherheitspersonal, das bei Bedarf eingreifen kann. Zudem wurden Notrufknöpfe installiert, die das Personal im Notfall alarmieren.
Die Kliniken appellieren an die Patienten, mit Respekt und Geduld zu reagieren. Die Wartezeiten in den Notaufnahmen sind oft lang, aber das Personal tut sein Bestes. Die Verantwortlichen bitten um Verständnis und Höflichkeit im Umgang miteinander.
Auswirkungen auf das Personal
Die zunehmende Aggression belastet das Personal stark. Viele Mitarbeiter fühlen sich unsicher und gestresst. Das kann langfristig zu Krankheitsausfällen und Personalwechseln führen. Die Kliniken wollen dem entgegenwirken, indem sie das Thema offen ansprechen und Unterstützung anbieten.
Psychologische Betreuung wird ebenfalls angeboten. Mitarbeiter, die Gewalt erfahren haben, können sich an spezielle Ansprechpartner wenden. Die Kliniken möchten so das Betriebsklima verbessern und die Mitarbeiter binden.
Gesellschaftliches Problem
Die Zunahme von Aggression in Notaufnahmen ist kein Einzelfall. Auch andere Kliniken in der Region berichten von ähnlichen Erfahrungen. Experten sehen darin ein gesellschaftliches Problem, das mit zunehmender Gewaltbereitschaft und Frustration in der Bevölkerung zusammenhängt.
Die Kliniken fordern daher auch politische Unterstützung. Sie wünschen sich strengere Strafen für Angriffe auf medizinisches Personal und mehr Präventionsangebote. Nur so könne man das Problem langfristig lösen.
Die Notaufnahmen in Aichach und Friedberg bleiben trotz der Herausforderungen rund um die Uhr geöffnet. Die Verantwortlichen versichern, dass die Versorgung der Patienten oberste Priorität hat. Sie hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen greifen und die Situation sich entspannt.



