Drei Tierschutzaktivisten haben am Sonntag eine Delfinshow im Duisburger Zoo gestört, indem sie in das Wasserbecken sprangen. Die Vorstellung wurde daraufhin sofort abgebrochen, und das Delfinarium mit rund 1200 Zuschauern musste geräumt werden, wie die Polizei mitteilte. Gegen die drei Aktivisten wurde Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet.
Protestaktion mit Transparenten
Bei den Aktivisten handelte es sich um zwei Männer im Alter von 34 und 41 Jahren sowie eine 29-jährige Frau. Während der Aktion hielten sie Transparente mit den Aufschriften „Sie verdienen den Ozean“ und „Kein Tier wählt die Gefangenschaft“ hoch. Die Polizei gab an, dass die Aktivisten bereits nicht mehr im Wasser waren, als die Beamten eintrafen. Zuvor hatten Zoomitarbeiter die Delfine aus dem Becken in einen geschützten Bereich geleitet.
Polizeiliche Maßnahmen
Die drei Protestierenden wurden zur Wache gebracht, wo ihre Personalien aufgenommen wurden. Zudem mussten sie Sicherheitsleistungen zahlen. Die Polizei ermittelt nun wegen Hausfriedensbruchs. Der Duisburger Zoo selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorfall geäußert. Es ist nicht der erste Protest dieser Art in deutschen Zoos: Immer wieder versuchen Tierschutzgruppen, auf die umstrittene Haltung von Delfinen in Gefangenschaft aufmerksam zu machen.
Kritik an Delfinarien
Tierschutzorganisationen kritisieren seit Jahren, dass Delfine in Becken nicht artgerecht gehalten werden könnten. Die Tiere seern in freier Wildbahn weite Strecken und benötigen soziale Strukturen, die in Gefangenschaft nicht nachbildbar seien. Der Duisburger Zoo ist einer von mehreren deutschen Zoos, die Delfinarien betreiben. Die Einrichtung verteidigt die Haltung mit Bildungsauftrag und Forschungsmöglichkeiten. Die Aktion der Aktivisten hat die Debatte um die Zukunft von Delfinarien in Deutschland neu entfacht.



