Crack vor der Haustür: Meinung zur Berliner Drogenkrise
Crack vor der Haustür: Berliner Drogenkrise eskaliert

Wenn das Drogenproblem vor der eigenen Haustür liegt

Es war vor einigen Wochen, als ich in Berlin wieder das Gefühl hatte, in einem Horrorfilm zu leben. Nach der Arbeit fand ich vor meiner Wohnungstür ein improvisiertes Nachtlager vor: Kissen von ausgemusterten Balkonstühlen, umgeben von Alufolie. Der Besucher hatte Crack geraucht, direkt unter der Entrauchungsklappe im Treppenhaus. In unserem Altbau sind aus Brandschutzgründen nicht einmal Fußmatten erlaubt – und nun das.

Die alltägliche Angst in Kreuzberg

Mein erster Gedanke galt der Sicherheit. Der zweite: Wird die Person wiederkommen? Wie soll ich reagieren, wenn ich mit Drogensüchtigen vor der Tür lebe? Am U-Bahnhof Südstern gibt es seit Langem eine Drogenszene. Diese Menschen tun mir leid, aber sie machen mir auch Angst. Drogen verwandeln Menschen in wütende Gestalten, und das Elend der Obdachlosigkeit stößt mich ab – wie die meisten Menschen. Will man das vor der Haustür? Sollen Mieter das Berliner Drogenproblem persönlich lösen?

Politische Debatten und private Realität

In Berlin wird viel über Verbote von Obdachlosen in S-Bahnen oder Zäune um den Görlitzer Park diskutiert. In privaten Mietshäusern hilft das wenig. Die Polizei kommt nur bei Gefahr, das Ordnungsamt ist für öffentlichen Raum zuständig. Und man will auch keine ständige Überwachung durch Wachschutz oder Video im Hausflur. Was also tun? Plötzlich fühlte ich mich im Treppenhaus, als müsste ich das Problem allein lösen.

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Ich kenne viele, die mit Obdachlosen arbeiten. Sie kritisieren die Bürokratie, das Gesundheitssystem und den Wohnungsmangel, die dazu führen, dass Menschen auf der Straße landen, obwohl sie wohnfähig wären. Politisch ist das Thema aktuell, aber der Wahlkampf ignoriert die Realität. Nach einer Woche Urlaub hatte ich Angst vor dem, was ich vor meiner Tür finden würde. Sollte ich nachts allein durch den Hausflur gehen? Diese Sorge teile ich mit vielen in Kreuzberg.

Eine Stadt in der Krise

Freunde fragen mich, was in Berlin los ist. Ob man noch zu Kulturveranstaltungen kommen kann, wo täglich von Schießereien berichtet wird. Besucher sagen: Berlin ist fantastisch, aber dreckig, und die Drogensüchtigen und Obdachlosen-Camps fallen auf. Ich glaube nicht an einfache Lösungen. Bessere Haustüren oder mehr Ehrenamtliche helfen nicht. Es braucht echte Investitionen – und zwar hohe Summen. Statt sie als verloren zu betrachten, sollten wir sie als Investition in eine lebenswerte Stadt sehen.

Die Lösung des Drogenproblems kann man weder Mietern noch der Politik allein überlassen. Die Politik braucht deutlichere Signale als wachsendes Elend. Vielleicht helfen Großdemonstrationen gegen Drogenhandel oder organisierte Kriminalität, die sich in Berlin nicht versteckt. Darauf warte ich seit Langem vergeblich.

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