Beim Überfliegen der weltberühmten Nasca-Linien in Peru ist ein mit Touristen besetztes Kleinflugzeug abgestürzt. Dabei sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, darunter nach Angaben des peruanischen Außenministeriums auch deutsche Staatsangehörige. Die Maschine war zu einem Rundflug gestartet, bei dem die Passagiere die riesigen Bodenzeichnungen aus der Luft betrachten wollten.
Unfallhergang
Das Unglück ereignete sich in der Nähe der südperuanischen Wüstenstadt Nasca, rund 450 Kilometer südlich der Hauptstadt Lima. Die Maschine war von einem örtlichen Flugplatz aus gestartet, als sie in eine Notsituation geriet. Die genauen Umstände des Absturzes waren zunächst unklar. Rettungskräfte, darunter Polizei und Feuerwehr, eilten zum Unfallort, der in schwer zugänglichem Gelände liegt.
Die Nasca-Linien erstrecken sich über eine Fläche von rund 500 Quadratkilometern und umfassen zahlreiche geometrische Figuren sowie Darstellungen von Tieren und Pflanzen. Sie wurden vor fast 2000 Jahren von der Nasca-Kultur in den Wüstenboden geritzt und sind seit 1994 Teil des UNESCO-Welterbes. Für Besucher sind die Linien nur aus der Luft erkennbar, weshalb Rundflüge eine der Hauptattraktionen der Region sind.
Rettungs- und Ermittlungsarbeiten
Die Bergung der Opfer gestaltete sich wegen der abgelegenen Lage des Wracks als schwierig. Die peruanische Luftfahrtbehörde leitete eine Untersuchung ein, um die Absturzursache zu klären. Erste Hinweise deuteten auf einen technischen Defekt oder einen Pilotenfehler hin, offizielle Ergebnisse standen jedoch noch aus.
Die deutsche Botschaft in Lima steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit den örtlichen Behörden und kümmert sich um die deutschen Opfer und ihre Angehörigen. Auch das Auswärtige Amt in Berlin wurde eingeschaltet und weist darauf hin, dass man mit den Ermittlungen kooperiere. Über die Identität der deutschen Toten wurde zunächst keine Auskunft gegeben.
Sicherheitsbedenken bei Rundflügen
Der Absturz wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheitsstandards bei touristischen Rundflügen in Peru. Immer wieder kommt es in der Region zu Zwischenfällen, häufig ausgelöst durch starke Winde oder technische Mängel der oft kleinen Propellermaschinen. Piloten müssen bei hohen Temperaturen und dünner Luft in den Anden-Ausläufern mit geringen Leistungsreserven arbeiten. Experten fordern seit Jahren strengere Kontrollen und regelmäßige Wartung der Flotte.
Die peruanische Tourismusbranche zeigte sich bestürzt über das Unglück. Vor allem in der Kleinstadt Nasca, deren Wirtschaft stark von den Besuchern der Linien abhängt, herrscht Betroffenheit. Man befürchtet, dass der Absturz kurzfristig zu einem Rückgang der Touristenbuchungen führen könnte.
Hintergrund: Die Faszination der Nasca-Linien
Die Nasca-Linien zählen zu den rätselhaftesten archäologischen Stätten der Welt. Die zoomorphen und geometrischen Figuren sind nur aus der Luft vollständig zu erkennen. Der deutschen Forscherin Maria Reiche, die jahrzehntelang die Linien erforschte, ist es zu verdanken, dass der Ort für die Nachwelt erhalten wurde. Der örtliche Flughafen trägt ihren Namen. Jedes Jahr strömen Tausende Touristen in die Region, um die geheimnisvollen Scharrbilder zu bestaunen.
Die meisten Rundflüge dauern rund 30 Minuten und werden mit einmotorigen Maschinen durchgeführt. Preise von etwa 100 bis 200 Euro pro Person sind üblich. Die Nachfrage ist trotz Sicherheitsbedenken ungebrochen, und viele Reisebüros vermitteln die Flüge als „Must-see“ einer Peru-Reise.
Ermittlungen und Ausblick
Die Ermittler haben eine Sonderkommission einberufen, die den Unfall aus luftfahrttechnischer Sicht untersuchen soll. Dazu gehören auch Vertreter des Herstellers der Maschine. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Unglücksmaschine über eine gültige Wartungshistorie und Zulassung verfügte. Über die Herkunft der Maschine wurde zunächst nichts bekannt, wohl aber, dass es sich um ein einmotoriges Flugzeug handelte, wie es üblicherweise für solche Rundflüge eingesetzt wird.
Die peruanischen Behörden kündigten an, die Ergebnisse der Untersuchung so schnell wie möglich zu veröffentlichen. In der Zwischenzeit wurde die Absturzstelle abgesperrt. Es ist davon auszugehen, dass die betroffene Fluggesellschaft bis zum Abschluss der Ermittlungen keine Flüge mehr durchführen darf. Für die deutschen Angehörigen haben die Botschaft und das Auswärtige Amt spezielle Hotlines eingerichtet, um Informationen über den Stand der Ermittlungen zu geben.
Die Region Nasca rechnet damit, dass die Auswirkungen des Unglücks noch länger zu spüren sein werden. Tourismusmanager und lokale Geschäftsleute setzen jedoch auf die anhaltende Faszination der geheimnisvollen Linien, die Menschen aus aller Welt auch in Zukunft anziehen dürfte. Bis dahin wird die Debatte über die Sicherheit der Rundflüge weitergehen.



