Ein Jahr nach Laura Dahlmeiers Tod: Expedition folgt ihrer Spur am Laila Peak
Ein Jahr nach Laura Dahlmeiers Tod am Laila Peak

Ein Jahr ist vergangen, seit die Bergsteigerin Laura Dahlmeier am Laila Peak in Pakistan ums Leben kam. Ein Team des SPIEGEL und ein Fernsehteam begaben sich nun auf eine Akklimatisationstour nahe Skardu und folgten einem Teil der Route, die Dahlmeier damals nahm. Was sie vorfanden, war eine unwirtliche Landschaft aus Kälte, herabstürzenden Felsbrocken und einem polierten Metallteller mit der Aufschrift: „In Memory Laura Dahlmeier 2025“.

Der Schicksalsberg: Laila Peak

Der Laila Peak, ein 6.096 Meter hoher Berg im Karakorum-Gebirge, gilt als anspruchsvolles Ziel für erfahrene Bergsteiger. Dahlmeier, die zuvor mehrere Achttausender bestiegen hatte, verunglückte am 28. Juli 2025 während des Abstiegs. Die genauen Umstände ihres Todes wurden nie vollständig geklärt, aber Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen Steinschlag, der sie in eine Gletscherspalte riss.

„Der Berg ist immer nah am Herzen“, sagte ein Mitglied des Expeditionsteams, das nicht namentlich genannt werden wollte. „Aber hier spürt man die Tragödie in jedem Stein.“ Die Gedenktafel, die von Freunden und Familie angebracht wurde, ist das einzige Zeichen menschlicher Anwesenheit in dieser kargen Umgebung.

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Eine Route voller Gefahren

Die Route, die das SPIEGEL-Team beging, führte über den Marsur-Felsen, einen exponierten Grat, der für seine brüchigen Felsen bekannt ist. Schon bei der Akklimatisation in rund 4.500 Metern Höhe wurden die Schwierigkeiten deutlich: Ständig lösten sich Steine, die mit lautem Poltern in die Tiefe stürzten. „Hier ist jeder Schritt riskant“, erklärte der Expeditionsleiter Vincent Wörle, der die Tour fotografisch dokumentierte.

Laut Statistik des pakistanischen Tourismusministeriums ereignen sich jährlich etwa zehn tödliche Unfälle im Karakorum-Gebirge. Der Tod von Laura Dahlmeier, die als eine der profiliertesten Alpinistinnen Deutschlands galt, rückte die Risiken des Bergsteigens erneut ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Das Erbe einer Bergsteigerin

Laura Dahlmeier, die zu Lebzeiten für ihren kompromisslosen Stil und ihre Bescheidenheit bekannt war, bleibt in der Bergsteigergemeinde unvergessen. „Sie hat uns gelehrt, die Berge zu respektieren, aber auch zu lieben“, sagte ein Wegbegleiter, der anonym bleiben möchte. Die Gedenktafel am Laila Peak ist nicht nur eine Erinnerung an ihren Tod, sondern auch an ihre Leidenschaft für die Berge.

Das SPIEGEL-Team verließ den Berg nach zwei Tagen. Die Tafel, so hoffen sie, wird noch viele Jahre an diesem Ort bleiben – ein stiller Zeuge einer großen Tragödie.

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