Fake-Amphitheater in Italien: Abriss zu teuer für Gemeinde
Fake-Amphitheater: Abriss zu teuer

In Norditalien sorgt ein spektakulärer Bauschwindel weiterhin für Kopfzerbrechen: Ein Mann hatte ein falsches Amphitheater errichten lassen und es als antike Sehenswürdigkeit verkauft. Nun sitzt er im Gefängnis, doch die Gemeinde von Arcugnano bei Vicenza steht vor einem teuren Problem – der Abriss des Bauwerks könnte bis zu 500.000 Euro kosten.

Der Schwindel flog auf

Der heute 69-jährige Mann hatte das sogenannte „Anfiteatro Berico“ im Jahr 2016 bauen lassen. Mit künstlich gealterten Steinen, Säulen und Statuen täuschte er Besuchern eine jahrtausendealte archäologische Stätte vor. Er behauptete, das Theater nach einem Erdrutsch entdeckt zu haben, und verlangte 40 Euro Eintritt. Dabei bestand das Bauwerk aus modernen Materialien wie behandeltem Stein, Betonelementen und künstlichen Dekorationen.

Die Täuschung flog schließlich auf, und der Mann wurde wegen illegaler Bautätigkeit, Verstößen gegen den Landschaftsschutz und Kunstfälschung verurteilt. Mehrere Gerichtsinstanzen bestätigten das Urteil, und seit Juli verbüßt er eine Haftstrafe von mehr als zwei Jahren.

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Gemeinde fürchtet hohe Kosten

Doch die Zukunft des Fake-Amphitheaters ist weiterhin unklar. Bürgermeister Simone Cuomo macht deutlich, dass die Kosten für den Rückbau nicht bei der Gemeinde hängen bleiben dürfen. „Meine Position ist klar: Wer einen Missbrauch begangen hat, muss für den entstandenen Umweltschaden aufkommen und ihn beheben“, sagte er der Zeitung „La Repubblica“. Der Bau habe ein ganzes naturbelassenes Waldgebiet verändert, das gerodet und bebaut wurde.

Laut „La Repubblica“ könnte die Wiederherstellung des Hügels in seinen Ursprungszustand zwischen 300.000 und 500.000 Euro kosten. Für Arcugnano mit rund 7.500 Einwohnern wäre das eine enorme Belastung, da die Gemeinde ein Budget von weniger als 7 Millionen Euro hat und andere dringende Aufgaben anstehen.

Rechtliche Schritte unklar

Die Gemeinde und Bürgermeister Cuomo müssen nun klären, welche rechtlichen Schritte noch möglich sind, um die Kosten auf den Verursacher abzuwälzen. Bis dahin bleibt das Fake-Amphitheater bestehen – mit Schildern, die weiterhin eine angebliche antike Vergangenheit versprechen.

Der Fall zeigt, wie aufwendig und teuer die Beseitigung illegaler Bauten sein kann, insbesondere wenn sie in sensiblen Landschaftsgebieten errichtet wurden. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, den ursprünglichen Zustand der Natur wiederherzustellen, ohne die Gemeindekassen zu überlasten.

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