Die beliebte Grillwiese im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg ist ab sofort bis auf Weiteres gesperrt. Das gab das Bezirksamt am Freitagmorgen bekannt. Grund ist ein massiver Befall mit dem Eichenprozessionsspinner (EPS), dessen Raupen und Nester eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen und Tiere darstellen. „Es wird dringend davon abgeraten, Raupen oder Nester zu berühren oder sich in unmittelbarer Nähe befallener Bäume aufzuhalten“, heißt es in der Mitteilung.
Stärkerer Befall als im Vorjahr
Der Befall ist in diesem Jahr noch stärker als 2025. Bereits am Donnerstag mussten im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf mehrere Sportanlagen gesperrt werden, darunter das Mommsenstadion. Der Bezirk informierte am Freitag mit einem Info-Bus im Bereich des U-Bahnhofs Halemweg über die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners. Auch in Spandau ist das Problem groß. „Der Eichenprozessionsspinner ist eine berlinweite Gefährdung!“, so der dortige Stadtrat. Er fordert Hilfe von den Landesbehörden, da es sich längst nicht mehr um ein lokales Problem handelt.
Ungewissheit über den gesamten Park
Nun trifft es also die Innenstadt. Ob womöglich der gesamte Görlitzer Park gesperrt werden muss, war am Freitagmittag noch unklar. Der Park war bereits Anfang der Woche in den Schlagzeilen, denn ein Gericht hatte entschieden, ihn wieder zu öffnen. Eigentlich wird er von 23 bis 6 Uhr abgeschlossen, womit der Berliner Senat gegen die anhaltende Drogen- und Gewaltproblematik vorgehen will. Doch fünf Anwohner hatten gegen die Schließung geklagt. Bis ein endgültiges Urteil vorliegt, müssen die Tore zunächst geöffnet bleiben – es sei denn, der Eichenprozessionsspinner erzwingt eine Schließung.
Maßnahmen zur Beseitigung
Der Bezirk hat bereits Fachfirmen mit der Beseitigung des Befalls an der Grillwiese beauftragt. „Die Sperrung bleibt bestehen, bis die notwendigen Maßnahmen abgeschlossen sind und keine Gesundheitsgefahr mehr besteht“, heißt es in der Mitteilung. Derzeit gebe es ein hohes Aufkommen von Nestern, die von Bürgern gemeldet werden. „Wir bitten um Verständnis, dass nicht alle Nester zeitnah entfernt werden können.“
Gefährliche Brennhaare
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Schmetterling, dessen Raupen ab dem dritten Larvenstadium feine Brennhaare entwickeln. Diese enthalten ein Gift, das bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten gesundheitliche Beschwerden auslösen kann. Dazu zählen Hautreizungen, Augenentzündungen, Reizungen der Atemwege, Atemnot sowie allergische Reaktionen. Die Brennhaare können sich durch den Wind verbreiten und bleiben auch in verlassenen Nestern über längere Zeit wirksam.



