Die Integration von Migranten in Deutschland schreitet laut einer aktuellen Studie des Sachverständigenrats für Integration und Migration (SVR) langsam voran. Die Untersuchung, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, zeigt insbesondere Fortschritte bei der Bildungsbeteiligung und der Arbeitsmarktintegration. So ist der Anteil der Migranten ohne Schulabschluss von 18 Prozent im Jahr 2015 auf 14 Prozent im Jahr 2023 gesunken.
Positive Entwicklungen am Arbeitsmarkt
Auch am Arbeitsmarkt sind Verbesserungen zu verzeichnen. Die Erwerbstätigenquote von Migranten stieg im selben Zeitraum von 62 auf 68 Prozent. Besonders Menschen aus den EU-Beitrittsländern sowie aus Asien profitieren von der guten Konjunktur der letzten Jahre. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit unter Migranten mit 12 Prozent immer noch doppelt so hoch wie bei der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund.
Bildung als Schlüsselfaktor
Die Studie betont die zentrale Rolle der Bildung. Kinder von Migranten besuchen häufiger eine Kita und erreichen höhere Schulabschlüsse. Der Anteil der jungen Migranten mit Hochschulreife stieg von 25 auf 30 Prozent. „Bildung ist der entscheidende Hebel für gesellschaftliche Teilhabe“, sagte SVR-Vorsitzende Professorin Dr. Iris Rogge bei der Präsentation der Ergebnisse. Sie forderte gezielte Sprachförderung und mehr Investitionen in Kitas.
Herausforderungen bleiben
Trotz der Fortschritte gibt es weiterhin große Herausforderungen. Insbesondere Geflüchtete aus Kriegsgebieten wie der Ukraine oder Syrien haben oft Schwierigkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Ihre Erwerbstätigenquote liegt bei nur 45 Prozent. Zudem ist die Wohnsituation vieler Migranten angespannt, da sie häufig in überteuerten und schlecht ausgestatteten Unterkünften leben. Die Studie empfiehlt daher eine bessere Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen.
Regionale Unterschiede
Die integrationspolitischen Fortschritte variieren stark zwischen den Bundesländern. Während Bayern und Baden-Württemberg gute Ergebnisse erzielen, hinken Stadtstaaten wie Berlin hinterher. „Wir brauchen eine stärkere Koordinierung zwischen Bund und Ländern, um die Integration voranzutreiben“, so Rogge. Die Studie enthält auch eine Forderung nach mehr kommunalen Integrationsfachkräften.
Insgesamt zeigt die Untersuchung, dass die Integration in Deutschland zwar vorankommt, aber weiterhin ein langwieriger Prozess bleibt. Die Autoren betonen, dass politische Maßnahmen kontinuierlich angepasst werden müssen, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Migrantengruppen gerecht zu werden. Die nächste Erhebung ist für 2026 geplant.



