Jugendwort 2026: Nominierten – darunter „Süper“ und „Ragebait“
Jugendwort 2026: Nominierten mit „Süper“

Mit einem Mix aus Internationalismus, Insiderhumor und Gaming-Jargon hat der Langenscheidt-Verlag heute die Top Ten für das Jugendwort des Jahres 2026 vorgestellt. Angeführt wird die Liste von „Süper“, einem türkischen Lehnwort, das durch den Extremsportler und Streamer Arda Saatçi (28) populär wurde. Der Berliner mit türkischen Wurzeln hatte im Sommer 2025 mit einem Megamarathon durch das Death Valley international für Aufsehen gesorgt und dabei das Wort in seinen Livestreams ständig verwendet. Die Abstimmung läuft ab sofort auf der Verlagsseite, der Sieger wird am 10. Oktober gekürt.

Die Geschichte des Jugendwortes

Seit 2008 kürrt der Verlag jährlich ein Jugendwort – mit Ausnahme von 2019. Den Anfang machte „Gammelfleischparty“, ein ironischer Begriff für Feiern von über 30-Jährigen. Seither haben Wörter wie „Swag“ (2011), „Cringe“ (2021) oder das letztjährige „Das crazy“ den Alltag Jugendlicher geprägt. Langenscheidt beschreibt die Jugendsprache als „Sprachkultur – und ein bisschen Rebellion“. Im vergangenen Jahr holte „Das crazy“ mit 35,7 Prozent der Stimmen den Titel, knapp vor „Goonen“ mit 35,5 Prozent.

Die zehn Nominierten 2026

Die diesjährige Liste spiegelt die Vielfalt der aktuellen Jugendkultur wider:

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  • Süper – türkisch für „super“, verbreitet durch Arda Saatçi.
  • 67 – ein Insider ohne feste Bedeutung, der durch die Aussprache „six seven“ lebt.
  • Ragebait – aus dem Englischen für „Wutköder“; provozierende Kommentare oder Aktionen, die ärgern sollen.
  • Du bist gut genug – ein viraler Song, der schnell zum Meme wurde.
  • Peak – englisch für „Spitze“; steht für das Beste oder den Höhepunkt.
  • Crashout – die Fassung verlieren; kann ernst oder ironisch gemeint sein.
  • Gute Käse – aus der Twitch-Szene von Coach Lim; bedeutet „etwas Gutes, Stabiles“.
  • Schere – aus Gaming-Kreisen: „Entschuldigung, meine Schuld.“
  • Macker – je nach Kontext Freund, Schwarm oder Typ, oft ironisch.
  • Digga – der Klassiker für Bruder oder Freund.

Abstimmung und Boomerwort

Junge Menschen können bis zum 9. Oktober auf der Langenscheidt-Website für ihren Favoriten stimmen. Die feierliche Bekanntgabe des Gewinners erfolgt am 10. Oktober in einer Social-Media-Aktion. Parallel dazu haben Levi Penell (26) und seine Community das Boomerwort des Jahres 2026 gewählt: „Chat Tschipiti“ – eine angeblich typische Aussprache von Rentnern für das KI-Modell ChatGPT. Penell, der bei den TikTok-Awards 2025 das „Video of the Year“ gewann, erreicht auf der Plattform fast 750.000 Follower.

Bedeutung der Jugendsprache

Jugendwörter sind mehr als flüchtige Trends. Sie zeigen, wie junge Menschen ihre Identität formen und sich von der Erwachsenensprache abgrenzen. Der Einfluss von sozialen Medien und Streaming-Plattformen wird immer deutlicher: Wörter wie „Süper“ oder „Gute Käse“ entstehen direkt in Livestreams und verbreiten sich rasant. Der Langenscheidt-Verlag dokumentiert diesen Wandel seit fast zwei Jahrzehnten und betont, dass Jugendsprache „ein lebendiges Phänomen“ sei, das ständig neue Wörter hervorbringt. Mit der diesjährigen Auswahl wird einmal mehr deutlich, dass Gaming, Musik und Internetkultur die stärksten Treiber sind.

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