Mahnwache nach CSD-Anschlag: Gedenken im Tiergarten am Sonntag
Mahnwache nach CSD-Anschlag in Berlin am Sonntag

Nach dem islamistisch motivierten Anschlag am Rande des Christopher Street Days (CSD) versammelt sich die queere Community in Berlin zu einer Mahnwache. Die Veranstaltung beginnt am Sonntag um 18 Uhr am Ort des Angriffs im Großen Tiergarten. Organisiert wird sie vom Verband Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg (LSVD) gemeinsam mit dem Bundesverband.

Gedenken am Ahornsteig

Die Mahnwache ist konkret am Ahornsteig geplant, wo der Attentäter am 25. Juli mit einem Auto mehrere Passanten angefahren hatte. „Kommt mit uns zusammen. In Gedenken. In Solidarität. Für Menschlichkeit“, lautet der Aufruf der beiden Verbände. Sie wollen mit der Versammlung ein Zeichen setzen: „Wir wollen der Opfer gedenken, den Betroffenen und ihren Angehörigen unsere Solidarität zeigen und als Community zusammenstehen.“ Weiter heißt es: „Hass und Gewalt dürfen niemals das letzte Wort haben.“

Die queere Community und viele Berlinerinnen und Berliner sind nach der Tat tief erschüttert. Der Anschlag ereignete sich während des Christopher Street Day, der in Berlin jedes Jahr Hunderttausende Menschen auf die Straße bringt. Die Veranstaltung erinnert an die Stonewall-Aufstände von 1969 und steht für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen sowie queeren Personen insgesamt.

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Der Anschlag vom 25. Juli

Am späten Nachmittag des 25. Juli hatte der 21-jährige Attentäter im Tiergarten mit einem Auto mehrere Fußgänger erfasst. Anschließend soll er mit einer Machete auf weitere Menschen eingeschlagen haben. Bei dem Angriff kam eine Frau ums Leben, 31 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Die Hintergründe der Tat und die Identität des Täters wurden von den Ermittlern schnell als islamistisch motiviert eingestuft.

Der Täter floh zunächst vom Tatort. Noch am selben Abend konnte die Polizei ihn in einer Kleingartenkolonie in Berlin stellen. Als die Beamten ihn dort antraten, eröffneten sie das Feuer und erschossen den Mann. Details zu den genauen Umständen des Polizeieinsatzes wurden von den Behörden bislang nur teilweise veröffentlicht.

Solidarität und Trauer in der Stadt

Die Mahnwache soll ein Raum der Trauer und des Zusammenhalts sein. Die Veranstalter rechnen mit einer großen Beteiligung – auch aus der Mitte der Stadtgesellschaft. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat seine Teilnahme bereits zugesagt. Damit sendet der Senat ein deutliches Signal der Solidarität mit den Opfern und der queeren Community.

In den Tagen nach dem Anschlag hatten bereits zahlreiche Gedenkorte und spontane Versammlungen an die Opfer erinnert. Vor dem Brandenburger Tor und an der Siegessäule legten Menschen Blumen und Kerzen nieder. Die Polizei hatte in der Nacht nach dem Anschlag ihre Präsenz in der Innenstadt verstärkt, insbesondere im Bereich des CSD-Streckennetzes.

Kampf gegen Hass und Gewalt

Der Anschlag hat eine Debatte über die Sicherheit von Großveranstaltungen und den Schutz queerer Menschen neu entfacht. Politikerinnen und Politiker verschiedener Parteien verurteilten die Tat scharf und sprachen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Der CSD selbst fand trotz der Ereignisse am Samstag statt, jedoch unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen und mit einem veränderten Rahmenprogramm.

Die Veranstalter der Mahnwache betonen, dass es gerade jetzt wichtig sei, als Gesellschaft zusammenzustehen. „Wir sind viele. Wir sind laut. Und wir lassen uns von Hass nicht einschüchtern“, erklärten sie im Vorfeld. Gleichzeitig riefen sie dazu auf, der Opfer würdig zu gedenken und die Veranstaltung friedlich zu halten. Die Polizei wird am Sonntag mit einem größeren Aufgebot am Ahornsteig und in den angrenzenden Parkanlagen vertreten sein.

Die Mahnwache beginnt um 18 Uhr und soll bis in den Abend dauern. Es werden mehrere Redebeiträge und musikalische Gesten erwartet. Die Organisatoren fordern die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, Kerzen mitzubringen, um ein Lichtzeichen gegen das Vergessen zu setzen. Angesichts der jüngsten Ereignisse appellieren sie an alle, innezuhalten und gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Vielfalt zu setzen.

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