Ein Bündnis aus zwölf Organisationen ruft für den 10. Oktober zu einer Mietendemo in Potsdam auf. Unter dem Motto „Her mit den Wohnungen! Runter mit den Mieten!“ wollen die Teilnehmer gegen die angespannte Wohnungssituation in der Landeshauptstadt protestieren. Zu den Organisatoren gehören die Linke, die Wählergruppe Die Andere, das Bündnis Stadt für alle, der AStA der Universität Potsdam, das La Datsch sowie mehrere Hausprojekte.
Dramatische Wohnraumkrise in Potsdam
In einem gemeinsamen Aufruf heißt es, bestimmte Bevölkerungsgruppen hätten kaum noch eine Chance auf eine bezahlbare Wohnung. „Wir müssen ausbaden, dass die Stadtpolitik das profitgierige Treiben der Immobilienunternehmen und Investor*innen seit Jahrzehnten aktiv unterstützt“, kritisieren die Initiatoren. Besonders genannt werden die Unternehmen Kirsch, Vonovia und Kretzschmar, die vor allem Eigentumswohnungen und möblierte Apartments für Besserverdienende errichteten. Gleichzeitig würden Miet- in Eigentumswohnungen umgewandelt, während das Land Brandenburg keinen ausreichenden Mieterschutz biete.
Forderungen: Enteignungen und Verbot von Eigenbedarfskündigungen
Die Demonstranten fordern eine Stärkung der Mieterrechte, die Enteignung „gieriger Immobilienkonzerne“ und einen Stopp der Immobilienspekulation. Zudem sollen Eigenbedarfskündigungen verboten, der Bau von Luxuslofts und protzigen Hotels eingeschränkt sowie die Wohnungslosigkeit beendet werden. „Wir wollen selbstbestimmte Freiräume für alle“, so das Bündnis.
Potsdam zählt laut dem Aufruf bundesweit zu den zehn teuersten Städten bei den Mieten und liegt in Ostdeutschland an der Spitze. Die Folgen seien gravierend: Senioren fänden keine altersgerechten Wohnungen, Alleinerziehende suchten vergeblich, Studierende und Geflüchtete hätten kaum noch eine Chance auf dem Wohnungsmarkt.
Demonstrationsroute und geplante Aktionen
Die Kundgebung beginnt um 15 Uhr auf dem Platz der Einheit. Von dort führt der Zug über die Lange Brücke und die Friedrich-Engels-Straße nach Babelsberg. Anschließend geht es durch das Zentrum Ost am Hauptbahnhof vorbei zum Alten Markt, wo um 18 Uhr eine Schlusskundgebung stattfindet. Geplant sind Zwischenstopps vor dem Vermarktungsbüro von Kirsch sowie eine Auseinandersetzung mit dem Immobilienkonzern Vonovia im Zentrum Ost, wie es auf der Homepage von Stadt für alle heißt.



