Notfallseelsorge nach CSD-Anschlag: „Ganz Berlin ist geschockt“
Notfallseelsorge nach CSD-Anschlag in Berlin

Nach dem Anschlag im Berliner Tiergarten während des Christopher Street Day (CSD) sind am Tatort mehrere Notfallseelsorger im Einsatz. Uta Bolze, Notfallseelsorgerin vom Hilfsangebot der Notfallseelsorge/Krisenintervention, berichtet der Deutschen Presse-Agentur von einer ruhigen, aber bewegten Atmosphäre. „Viele Menschen sind traurig, es wird geweint und viele suchen auch das Gesprächsangebot mit uns“, sagte sie. An mehreren Gedenkorten legten Menschen Blumen nieder und drückten ihre Anteilnahme aus.

Betroffene suchen Gespräch und Sicherheit

Viele Menschen hätten das Bedürfnis, von ihren Erlebnissen zu berichten, weil sie kurz vor oder nach der Tat am Ort vorbeigekommen seien oder den Angriff auf die queere Community als persönlichen Angriff empfänden, erklärte Bolze. „Alte Traumata brechen wieder auf und bestimmte Ängste werden ausgesprochen“, so die Seelsorgerin. Es sei wichtig, den Betroffenen das Gefühl zu geben: „Jetzt bin ich in Sicherheit. Auch wenn hier an diesem Ort zu anderer Zeit ganz Schlimmes passiert ist.“ Die ehrenamtlichen Helfer bleiben bis 19:00 Uhr vor Ort; bereits am Wochenende waren sie im Einsatz.

Solidarität und Zuversicht in der Krise

„Ganz Berlin ist geschockt“, sagte Bolze. Sie betonte, dass viele Menschen, die nicht beim CSD waren, dennoch ihre Anteilnahme zeigten. Dies sei „etwas sehr Schönes“ und zeige, dass „die Liebe siegen wird und dass der Hass nicht das letzte Wort haben darf“. Die Notfallseelsorge/Krisenintervention besteht seit rund 30 Jahren in Berlin. Getragen wird sie von der evangelischen und katholischen Kirche, der muslimischen Notfallseelsorge sowie Hilfsorganisationen wie dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Die Seelsorger bieten weiterhin Unterstützung für alle, die Trost oder ein offenes Ohr benötigen.

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