Rente trotz Arbeit: Wie drei Rentner ihren Ruhestand gestalten
Rente trotz Arbeit: Drei Rentner erzählen

Arbeit im Ruhestand: Drei Rentner erzählen von ihren Gründen

Der Ruhestand ist für viele Menschen kein klarer Bruch mit dem Berufsleben. Immer mehr Senioren entscheiden sich dafür, auch nach dem Renteneintritt weiterzuarbeiten. Die Gründe sind vielfältig: finanzielle Notwendigkeit, Freude an der Tätigkeit oder der Wunsch nach sozialer Teilhabe. Drei Menschen um die 70 verraten, was sie im Job hält und wie sie ihre Rente aufbessern.

Wolfgang Nötzold: „Ich stürzte von 2200 Euro Gehalt auf 990 Euro ab“

Der 79-jährige Wolfgang Nötzold aus Berlin arbeitet trotz Rente weiter. Früher verdiente er als Angestellter 2200 Euro netto, doch nach dem Renteneintritt schrumpfte sein Einkommen auf nur noch 990 Euro. „Das war ein harter Einschnitt“, sagt er. Um seinen Lebensstandard zu halten, jobbt er nun geringfügig in einem Supermarkt. „Ich bin fit und will nicht nur zu Hause sitzen. Außerdem brauche ich das Geld“, erklärt er. Seine Rente beträgt knapp 1200 Euro, doch nach Abzug von Miete und Versicherungen bleibt kaum etwas übrig. Der Nebenjob bringt ihm zusätzliche 450 Euro im Monat.

Ursula Meier: „Arbeit hält mich jung“

Die 72-jährige Ursula Meier aus Hamburg arbeitet als freiberufliche Übersetzerin. Nach 40 Jahren im Beruf wollte sie nicht einfach aufhören. „Ich liebe meine Arbeit, sie hält mich geistig fit und gibt mir Struktur“, sagt sie. Ihre Rente beträgt 1400 Euro, doch sie schätzt die Unabhängigkeit durch die zusätzlichen Einnahmen. „Ich könnte von der Rente leben, aber dann müsste ich auf viele Dinge verzichten, die mir Freude bereiten, wie Reisen oder Theaterbesuche.“ Sie arbeitet etwa 15 Stunden pro Woche und verdient damit rund 800 Euro im Monat.

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Hans-Peter Krause: „Weiterarbeiten aus Leidenschaft“

Der 68-jährige Hans-Peter Krause aus München ist gelernter Schreiner und arbeitet seit seinem Renteneintritt vor drei Jahren in einer kleinen Werkstatt. „Ich brauche das Gefühl, gebraucht zu werden“, sagt er. Seine Rente von 1100 Euro reicht für die Grundbedürfnisse, aber die Arbeit gibt ihm mehr: „Ich habe einen festen Tagesablauf, treffe Kollegen und kann mein Hobby zum Beruf machen.“ Er arbeitet 20 Stunden pro Woche und verdient damit 600 Euro dazu. „Das ist nicht viel, aber es macht mich glücklich.“

Warum immer mehr Rentner arbeiten

Laut einer Studie der Funke Mediengruppe steigt die Zahl der Erwerbstätigen über 67 Jahren stetig. Viele Rentner sehen die Arbeit nicht nur als finanzielle Notwendigkeit, sondern auch als Möglichkeit, aktiv zu bleiben. „Die Gesellschaft altert, und viele Senioren sind fitter als früher“, sagt Arbeitsmarktexperte Dr. Thomas Müller. „Arbeit im Alter kann vor Altersarmut schützen und die Lebensqualität steigern.“ Allerdings warnen Sozialverbände vor einer neuen Altersarmut, wenn die Renten nicht ausreichen.

Die drei Beispiele zeigen, dass der Ruhestand für viele kein Ende, sondern ein neuer Lebensabschnitt ist. Ob aus Not oder Leidenschaft – die Arbeit bleibt ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags.

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