Rettung mit Lasso: 14-Jähriger zieht Ertrinkenden aus dem Fluss
Rettung mit Lasso: 14-Jähriger zieht Ertrinkenden aus Fluss

Greycliff in Montana: Ein 14-Jähriger hat einen Ertrinkenden mit einem gezielten Lasso-Wurf aus dem Yellowstone River gezogen. Der Junge war mit seiner Familie in der Nähe des Yellowstone-Nationalparks im Zelturlaub, als er plötzlich Hilferufe hörte. Was dann geschah, klingt wie eine Szene aus einem Western.

Vier Menschen stürzen nach Zusammenstoß mit Brücke ins Wasser

Die Unglücksstelle liegt am Yellowstone River im US-Bundesstaat Montana. Ein Floß und ein Paddleboard waren gegen eine Brücke geprallt, wie die lokalen Behörden mitteilen. Durch den Aufprall stürzten vier Menschen in den Fluss. Drei von ihnen konnten sich selbst ans Ufer retten. Der vierte jedoch trieb hilflos in der Strömung dahin. Der Yellowstone River ist fast 1000 Kilometer lang – die Strömung stark.

Jory Thomas, der mit seinen Eltern und Geschwistern zeltete, reagierte blitzschnell. „Wir hörten alle ‚Hilfe, Hilfe‘“, schildert der Jugendliche später gegenüber dem regionalen Fernsehsender KTV2. Während sein Vater den Notruf wählte, rannte Jory zum Ufer. Er sah den Mann im Wasser und zögerte keine Sekunde: Er schwang sein Lasso, zielte und warf.

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Die Schlinge fällt um den Kopf des Ertrinkenden

Der Wurf saß – die Schlinge fiel genau um den Kopf des Mannes. Jory zog das Seil an und brachte den Ertrinkenden damit Stück für Stück zum Ufer. Als die Rettungskräfte wenig später eintrafen, lag der Mann bereits gerettet am Flussufer. Der zuständige Sheriff von Greycliff machte deutlich, wie knapp es war: „Ohne das Eingreifen des Jungen hätten wir den Mann vermutlich nur noch tot aus dem Fluss geholt.“

Jory selbst bleibt bescheiden. „Ich habe dieses Jahr so richtig mit dem Lasso-Werfen angefangen“, erzählt er dem Sender. Auf der Farm seiner Eltern hilft er regelmäßig beim Einfangen von Rindern. Dafür habe er oft an einem Lasso-Dummy geübt – offenbar mit Erfolg. „Das Training hat sich gelohnt“, sagt der 14-Jährige.

Sheriff zeichnet den Jungen für seine Geistesgegenwart aus

Die Behörden von Sweet Grass County, zu dem Greycliff gehört, stellten den Rettungseinsatz vom 5. Juli 2026 offiziell würdigten. Sheriff Brad Johnson überreichte Jory Thomas eine Auszeichnung für seinen außergewöhnlichen Mut und seine Geistesgegenwart. In der Begründung heißt es, der Jugendliche habe unter Lebensgefahr gehandelt und mit seinem beherzten Einsatz ein Menschenleben gerettet.

Die Geschichte des 14-jährigen Cowboys erinnert an klassische Westernhelden – nur dass diesmal kein Drehbuch dahintersteckt. In der kleinen Gemeinde Greycliff ist Jory nun ein gefeierter Held. Seine Eltern zeigen sich stolz: „Wir sind überwältigt, dass unser Sohn in dieser Situation so ruhig und richtig gehandelt hat“, sagt sein Vater. Jory selbst nimmt die Ehre gelassen: „Ich habe einfach das gemacht, was zu tun war.“

Der Vorfall wirft auch ein Licht auf die Gefahren des Yellowstone River, der bei Touristen und Einheimischen wegen seiner reißenden Strömung bekannt ist. Behörden warnen immer wieder vor den Risiken bei Floß- und Paddleboard-Touren. Dass dieser Tag für einen Mann dank eines 14-Jährigen glimpflich endete, grenzt an ein Wunder.

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