Schweigeminute für Gunther von Hagens im Plastinarium
Schweigeminute für Gunther von Hagens

Die Belegschaft des Plastinariums in Guben gedachte ihres Gründers mit einer Schweigeminute. Der Mediziner Gunther von Hagens war am Freitag im Alter von 81 Jahren gestorben. Seine Familie in Heidelberg bestätigte den Tod und teilte mit, dass von Hagens‘ eigener Körper nach seinem Wunsch plastiniert werden solle.

Persönliche Verbundenheit mit dem Standort

Laut einer Sprecherin des Unternehmens war von Hagens noch mehrmals im Jahr vor Ort und besaß bis zuletzt eine Wohnung auf dem Betriebsgelände. „Es war sein Baby“, sagte sie. Er habe sich stets über die aktuellen Entwicklungen informiert. Im Plastinarium werden Plastinate für die weltweit bekannten Körperwelten-Ausstellungen sowie Lehrpräparate hergestellt. Von Hagens hatte das Werk vor 20 Jahren gegründet.

Ein Leben für die Plastination

Gunther von Hagens wurde durch die von ihm entwickelte Plastination berühmt, ein Verfahren zur Konservierung biologischer Gewebe. Seine umstrittenen Ausstellungen zogen weltweit Millionen Besucher an. Kritiker warfen ihm ethische Grenzüberschreitungen vor, während Befürworter die wissenschaftliche und didaktische Bedeutung hervorhoben.

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Würdigung aus der Politik und Trauer im Netz

Auf der Facebook-Seite des Plastinariums erschien ein schwarz-weiß-Foto des Verstorbenen mit den Worten: „Sein Lebenswerk lebt weiter – in der Wissenschaft, in den Ausstellungen und in der Erinnerung von Millionen Besucherinnen und Besuchern.“ Gubens Bürgermeister Fred Mahro (CDU) würdigte von Hagens als „außergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit, einen Visionär und einen Menschen, der unserer Stadt über mehr als zwei Jahrzehnte eng verbunden war“. Sein Engagement sei von Verlässlichkeit, Tatkraft und Innovationsgeist geprägt gewesen. „Er hatte stets neue Ideen, dachte voraus und setzte das, was er versprach, auch konsequent um“, so Mahro gegenüber der „Lausitzer Rundschau“.

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