Sperrung am Schäfflerbach: Anwohner in Augsburg verärgert
Sperrung am Schäfflerbach: Anwohner verärgert

Seit Anfang August ist ein viel genutzter Fußweg am Schäfflerbach im Augsburger Textilviertel gesperrt. Grund sind Bauarbeiten, doch die Anwohner zeigen sich verärgert: Sie fühlen sich schlecht informiert und müssen nun weite Umwege in Kauf nehmen. Die Stadtverwaltung verteidigt die Sperrung und verweist auf die Notwendigkeit der Maßnahme.

Was genau ist gesperrt?

Betroffen ist der Fußweg entlang des Schäfflerbachs zwischen der Schertlinstraße und der Peterhofstraße. Dieser Weg ist eine wichtige Verbindung für viele Bewohner des Viertels, insbesondere für jene, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Sperrung wurde Anfang August eingerichtet und soll voraussichtlich bis Ende September dauern, wie die Stadt mitteilt.

Grund für die Sperrung sind Kanalarbeiten. Die Stadtwerke Augsburg erneuern dort einen Abwasserkanal, der unter dem Weg verläuft. Die Bauarbeiten erfordern eine Vollsperrung des Weges, da die Baugrube den gesamten Querschnitt einnimmt.

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Anwohner kritisieren fehlende Information

Viele Anwohner zeigen sich verärgert. „Wir wurden nicht rechtzeitig informiert“, sagt eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Ich bin eines Morgens aufgewacht und plötzlich war der Weg gesperrt. Kein Schild, keine Info, nichts.“ Ähnlich äußern sich weitere Bewohner. Sie kritisieren, dass die Stadt und die Stadtwerke die Kommunikation verschlafen hätten.

Auch der Umweg sorgt für Frust. Wer bisher den direkten Weg am Bach entlang nahm, muss nun über die Schertlinstraße und die Peterhofstraße ausweichen – ein Umweg von rund 400 Metern. Für ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwagen sei das eine erhebliche Einschränkung, so die Kritik.

Stadt verteidigt Maßnahme

Die Stadtverwaltung weist die Kritik zurück. Man habe die Sperrung rechtzeitig angekündigt, unter anderem über die städtische Webseite und Aushänge an den betroffenen Stellen. „Die Anwohner wurden informiert, allerdings nicht per Postwurf, sondern über die üblichen Kanäle“, sagt ein Sprecher der Stadt. Man bitte um Verständnis, dass Bauarbeiten immer Einschränkungen mit sich brächten.

Die Stadtwerke betonen, dass die Arbeiten notwendig seien, um die Funktionsfähigkeit des Kanals zu gewährleisten. „Der Kanal ist in die Jahre gekommen und muss saniert werden“, so ein Sprecher der Stadtwerke. Man bemühe sich, die Bauzeit so kurz wie möglich zu halten.

Auswirkungen auf den Alltag

Die Sperrung hat konkrete Auswirkungen auf das Leben im Viertel. Pendler, die den Weg als Abkürzung zur Straßenbahnhaltestelle nutzen, müssen nun deutlich früher losgehen. Auch der Schulweg für Kinder, die die nahe gelegene Grundschule besuchen, verlängert sich. Eine Mutter berichtet: „Meine Tochter muss jetzt die stark befahrene Schertlinstraße überqueren, was ich als gefährlich empfinde.“

Einige Anwohner fordern, die Stadt solle zumindest eine provisorische Brücke über den Bach bauen, um den Umweg zu verkürzen. Die Stadt hält dies jedoch für unverhältnismäßig, da die Bauarbeiten nur wenige Wochen dauern.

Bisherige Erfahrungen mit Sperrungen

Es ist nicht das erste Mal, dass Bauarbeiten im Textilviertel für Unmut sorgen. Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Beschwerden über mangelnde Kommunikation und lange Bauzeiten. Die Stadt verweist jedoch darauf, dass man bei größeren Projekten mittlerweile auf Informationsveranstaltungen und regelmäßige Updates setze.

Die aktuelle Sperrung zeigt aber, dass im Kleinen noch Luft nach oben ist. Die Anwohner hoffen nun, dass die Arbeiten wie geplant Ende September abgeschlossen werden und der Weg dann wieder frei ist. Bis dahin bleibt ihnen nur der längere Weg.

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