Schauspielerinnen fordern Gleichberechtigung mit Humor
Bei der Aufnahme des Videoformats „Actors on Actors“ von Variety haben sich die Schauspielerinnen Sharon Stone (68) und Keke Palmer (32) über die Entwicklung der Frauenbewegung ausgetauscht. Stone erinnerte sich an ihre Studienzeit in den Siebzigern, als Frauen kaum Rechte hatten. „An die Uni zu gehen und keine eigene Wohnung mieten, keine Kreditkarte beantragen und kein Girokonto auf den eigenen Namen eröffnen zu können, nur weil man eine Frau war“, sagte sie. Sie sei mit anderen Frauen auf die Straße gegangen und habe für das Recht auf Abtreibung gekämpft. „Wir haben unsere BHs verbrannt, was heute absurd klingt.“
Stone reflektierte die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen in den USA, wo Roe vs. Wade 2022 gekippt wurde. „Jetzt wollen uns die Leute diese Dinge wieder wegnehmen“, sagte sie und stellte sich vor: „Würden wir Männern sagen, dass wir ihnen ihre Gesundheitsversorgung wegnehmen wollen?“ Sie scherzte: „Als Erstes nehmen wir euch das Viagra weg.“
Palmer ergänzte: „Weil euch das sowieso alle verrückt macht. Wir streichen auch diesen Haaransatz-Quatsch.“ Daraus entwickelte sich ein schnelles Hin und Her, bei dem die beiden den Spieß umdrehten:
- Stone: „Und wir sind uns nicht sicher, ob ihr wählen solltet. Wenn ihr nicht verantwortungsbewusst genug seid, nach Hause zu kommen, euch um eure Kinder zu kümmern oder den Unterhalt zu zahlen.“
- Palmer: „Ich weiß nicht, ob ich damit einverstanden bin, dass sie Auto fahren.“
- Stone: „Also solltet ihr vielleicht nicht wählen. Das wäre der SAFE Act, den ich gern sehen würde. Denn dabei geht es tatsächlich um die Sicherheit von jemandem. Du kannst nicht wählen, wenn du keinen Unterhalt gezahlt hast.“
- Palmer: „Girl, wann kandidierst du?! Das war ein Mic Drop. Oh mein Gott, ich liebe dich einfach.“
- Stone: „Wie wäre es damit, dass wir Viagra verbieten, solange es keine Gesundheitsversorgung für schwangere Frauen gibt?!“
Stone führte den Gedanken über die Ungleichbehandlung von Männern und Frauen in einem patriarchalen System fort. „Warum wird eine Frau anders behandelt, wenn sie erfolgreich ist? Warum sagen die Leute, man sei verrückt?“ Ihre Theorie sei, dass es daran liege, dass Frauen früher keine Macht, keinen Erfolg und kein Selbstvertrauen hatten, während Männer das immer hatten.
Das Branchenmedium Variety veranstaltet das Format „Actors on Actors“ jedes Jahr. Dabei sitzen sich in mehreren Videos jeweils zwei bekannte Schauspielerinnen und Schauspieler gegenüber und sprechen über ihre Arbeit. Vom Genderswap, also dem Gedanken, Dialoge, Witze und Alltagssituationen einfach einmal umzudrehen, handelt auch die Netflix-Komödie „Ladies First“. „Vor allem von Frauen wird sie gefeiert, von Männern hagelt es Kritik. Ein Schelm, wer … na, Sie wissen schon“, schreibt Autorin Alexandra Zykunov in ihrer Kolumne.



