Streit am Nürnberger Flughafen: Elf Passagiere dürfen nicht fliegen
Streit am Nürnberger Flughafen: Elf Passagiere dürfen nicht fliegen

Ein Streit um einen Platz in der Warteschlange hat am Nürnberger Flughafen ein Nachspiel für elf Reisende: Sie durften ihren geplanten Flug nicht antreten. Das teilte das Polizeipräsidium Nürnberg mit.

Erst verbale Auseinandersetzung, dann Schläge

Am späten Freitagabend standen zwei Gruppen mit insgesamt 20 Personen am Check-in-Schalter, als es zu Unstimmigkeiten über die Reihenfolge in der Schlange kam. Zunächst beschränkten sich die Beteiligten auf verbale Provokationen. Dann jedoch schlug ein 29-jähriger Mann einem 43-jährigen Kontrahenten ins Gesicht. Das war offenbar das Signal für eine handfeste Prügelei, an der sich beide Gruppen beteiligten.

Polizei sichert Videoaufnahmen

Die alarmierten Polizeibeamten trafen ein und trennten die Kontrahenten. Sie nahmen die Personalien mehrerer Beteiligter auf und sicherten die Videoaufzeichnungen der Überwachungskameras. Ein Rettungswagen wurde ebenfalls zum Flughafen gerufen. Ins Krankenhaus musste jedoch niemand der Beteiligten eingeliefert werden – die Verletzungen waren offenbar leicht geblieben.

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Fluggesellschaft schließt elf Reisende aus

Elf der insgesamt 20 Beteiligten wurden von der Fluggesellschaft von der Beförderung ausgeschlossen. Wie die Polizei erläutert, ist dies eine Maßnahme, die bei Sicherheitsbedenken ergriffen werden kann. Die Grenzpolizei Nürnberg-Flughafen hat die Ermittlungen zu dem Vorfall und zu möglichen Verletzungen übernommen. Sie prüft nun, ob strafrechtliche Konsequenzen wie eine Anzeige wegen Körperverletzung folgen.

Wer sich nicht benimmt, fliegt nicht

Dass Passagiere wegen dieses Fehlverhaltens nicht an Bord dürfen, kommt immer wieder vor. Fluggesellschaften haben das Recht, Personen die Mitnahme zu verweigern, wenn von ihnen eine Gefahr für den Flugbetrieb ausgeht. Oft sind es Auseinandersetzungen unter Reisenden, die die Crew dazu veranlassen, hart durchzugreifen.

Erst Ende Juli musste ein Flug der Fluggesellschaft EasyJet nach einer Prügelei an Bord umkehren. Im Mai dieses Jahres machte eine Maschine unplanmäßig in Karlsruhe Halt, nachdem ein betrunkener Passagier gepöbelt und sich übergeben hatte. Solche Fälle zeigen, dass die Behörden und Airlines mit Null-Toleranz reagieren.

Konsequenzen können weit reichen

Der Flugausschluss ist nur eine mögliche Folge. Hinzu kommen können Hausverbote, Geldstrafen oder je nach Schwere der Tat sogar Haftstrafen. Wer am Flughafen gewalttätig wird, muss außerdem damit rechnen, bei zukünftigen Flügen strenger kontrolliert zu werden.

Die Polizei weist darauf hin, dass an Flughäfen besondere Sicherheitsvorschriften gelten. Ein geregelter Ablauf am Check-in ist nicht nur für die betroffenen Passagiere, sondern für alle Reisenden wichtig. Gerade in der Sommerreisezeit appellieren die Beamten an ein friedliches Miteinander.

Der Vorfall ereignete sich am späten Abend, als viele Urlauber ihre Reise antreten wollten. Die elf ausgeschlossenen Passagiere mussten ihre Pläne kurzfristig ändern. Ihr Flugzeug hob ohne sie ab.

Die Ermittlungen der Grenzpolizei dauern an. Nach Abschluss der Auswertung der Videoaufnahmen wird entschieden, welche rechtlichen Schritte eingeleitet werden. Die betroffenen Reisenden können sich auf ein Verfahren wegen Körperverletzung und möglicher weiterer Delikte einstellen.

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