Ted Lasso Staffel 4: Der netteste Trainer kehrt zurück
Ted Lasso Staffel 4: Der netteste Trainer kehrt zurück

Pünktlich zum Ende der Fußball-Weltmeisterschaft kehrt der netteste Trainer aller Zeiten zurück: Ted Lasso. Die vierte Staffel der gefeierten Apple-TV-Serie startet und verspricht eine neue Herausforderung: Diesmal soll Ted eine Frauenmannschaft auf Erfolgskurs bringen. Der Auftakt kommt zur rechten Zeit, denn die Sehnsucht nach der „Lasso-Methode“ ist ungebrochen.

Ein Heimspiel für Apple

Die Marketing-Abteilung von Apple nutzte das globale Event der WM-Endrunde, um die Serie wieder ins Gedächtnis zu rufen. Jason Sudeikis, der in seiner Paraderolle als Ted Lasso während der Halbzeit-Show des WM-Finales über das Spielfeld schritt, sorgte für Aufsehen. „Das hat mich von den Socken gehauen“, lobte er und kündigte anschließend Justin Bieber an: „Wir brauchen jetzt jemanden mit Herz. Jemanden, der die Liebe bringen kann. Junger Mann, geh da raus, du musst nicht nervös sein.“

So funktioniert die „Lasso-Methode“: kompromisslos auf Empathie und positive Energie setzen. Damit könnte man womöglich sogar Friedrich Merz die Freude am Regieren zurückgeben, wie manche Beobachter scherzen. In der Serie bringt der College-Football-Trainer Lasso den englischen Fußballverein A.F.C. Richmond wieder auf Vordermann – sowohl spielerisch als auch emotional. Für Ted ist klar: Das eine geht ohne das andere nicht, besonders in einem Team. Folgerichtig bewegte er am Ende der dritten Staffel einen Journalisten dazu, sein Buch von der „Lasso-Methode“ in die „Richmond-Methode“ umzubenennen.

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Die Rückkehr nach Richmond

Eigentlich sollte die Serie vor drei Jahren ihr Ende finden, so war es vom Erfinder-Team konzipiert, zu dem neben Bill Lawrence („Scrubs“) auch Sudeikis und Brendan Hunt gehören. Letzterer spielt Lassos Co-Trainer. Dass nun doch eine vierte Staffel kommt, überrascht nicht: Ted Lasso ist für Apple zu einer wertvollen Marke geworden, inklusive 13 Emmys und einem Auftritt in der Videospielreihe „Fifa“.

Die um drei Staffeln passend geschnürte Schleife wieder aufzudröseln, ist allerdings gar nicht so einfach. Teds Heldenreise war nach amerikanischem Drehbuchhandwerk abgeschlossen: Traumata verarbeitet, Lebensentscheidungen getroffen, Tore geschossen. Nun also das Spiel noch mal von vorn: Ted lebt mittlerweile wieder in Missouri, um mehr Zeit mit seinem Sohn verbringen zu können. Seit seinem Abschied aus England sind ein paar Jahre vergangen. Aus unerfindlichen Gründen arbeitet er in einem Supermarkt, wo er seine Coach-Fähigkeiten auf seine Kollegen anwendet und dafür natürlich allumfänglich geschätzt wird.

Sein privates Umfeld beäugt Teds neue Karriere trotzdem mit Skepsis. Umso größer ist die Begeisterung, als seine ehemaligen Mitstreiterinnen und Mitstreiter aus England einfliegen, um ihn wieder für den Dienst am Fußball anzuwerben.

Die Herausforderung: Frauenfußball

Und hier finden die Macher ihre gesellschaftsrelevante Kerbe: A.F.C. Richmond hat ein Problem mit dem Frauenfußball. Am Ende der dritten Staffel hatte Keeley (Juno Temple), die Ted in puncto positiver Weltanschauung in nichts nachsteht, ihrer Chefin und besten Freundin Rebecca (Hannah Waddingham) vorgeschlagen, in den weiblichen Nachwuchs zu investieren. Eine Frauenmannschaft gibt es nun, doch die ist so teuer wie unerfolgreich und muss sich – wie es in diversen englischen Vereinen der Fall ist – die Frage gefallen lassen, ob sie den Männern mit ihrer bloßen Existenz nicht entscheidende Ressourcen raubt.

Auftritt Ted Lasso, der nun vor dem Problem steht, dass seine Methode Nähe erfordert, er in seiner Rolle als männlicher Trainer einer Frauenmannschaft aber eine gewisse Distanz wahren muss. Die Umkleidekabine als wichtigster Ort fürs Teambuilding ist für ihn beispielsweise tabu, bis alles Umkleiden erledigt ist. Also muss er sich auf die Hilfe seiner Co-Trainerin (Tanya Reynolds) verlassen, die als Teds Gegenstück angelegt ist: still, hart, frustriert. Letzteres kommt auch daher, dass sie der Vereinschefin Rebecca mangelnde Frauenförderung attestiert, die sich deshalb wiederum fragt, wie man eigentlich eine gute Feministin wird.

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Erste Eindrücke: Trutschig, aber herzerwärmend

Durch diese Storyline zieht sich eine gewisse Trutschigkeit, generell lassen die ersten vier Folgen, die der Presse vorab zur Verfügung gestellt wurden, keinen Jubel ausbrechen. Für Apple ist es trotzdem ein Heimspiel: Nach Feel-Good-Kriterien funktioniert die Serie immer noch, getragen von einem Ensemble, dem man die im Grunde herzensguten Figuren ausnahmslos abnimmt und das sicherstellt, dass man ihnen jeden Fehler sogleich verzeiht. Die kollektive Sehnsucht nach der Lasso-Methode ist ungebrochen.