Unwetter im Unterallgäu vernichtet teils ganze Ernten
Unwetter im Unterallgäu vernichtet Ernten (05.08.2026)

Schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen haben im Unterallgäu am vergangenen Wochenende verheerende Schäden angerichtet. Besonders betroffen sind landwirtschaftliche Flächen, auf denen teils ganze Ernten vernichtet wurden. Nach ersten Schätzungen des Landwirtschaftsamtes belaufen sich die Schäden auf mehrere Millionen Euro.

Ernten auf großen Flächen zerstört

Im gesamten Landkreis Unterallgäu wurden auf einer Fläche von rund 3.000 Hektar Getreide, Mais und Raps stark beschädigt oder vollständig zerstört. Besonders hart getroffen sind die Gemeinden Mindelheim, Bad Wörishofen und Türkheim. Dort hatten Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern die Pflanzen regelrecht zerschlagen.

„Das ist eine Katastrophe für uns Landwirte. Innerhalb von Minuten war die Arbeit eines ganzen Jahres zunichte gemacht“, berichtet der Mindelheimer Landwirt Josef Müller. Ähnlich äußert sich seine Kollegin Anna Schmid aus Bad Wörishofen: „Wir hatten gerade mit der Ernte begonnen, jetzt ist alles hinüber. Da bleibt nur die Hoffnung auf eine Entschädigung.“

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Auch Höfe und Gebäude betroffen

Neben den Feldern wurden auch zahlreiche Höfe und Gebäude beschädigt. In mehreren Ortschaften deckten Sturmböen Dächer ab, entwurzelten Bäume und ließen Carports einstürzen. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz, um vollgelaufene Keller auszupumpen und umgestürzte Bäume von Straßen zu entfernen. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand, jedoch entstand an der Infrastruktur erheblicher Schaden.

Besonders betroffen war die Kreisstraße MN 23 zwischen Mindelheim und Nassenbeuren, die wegen umgestürzter Bäume zeitweise vollständig gesperrt werden musste. Auch mehrere Bahnstrecken waren kurzfristig unterbrochen, was zu Zugausfällen und Verspätungen führte.

Hilfe für betroffene Landwirte

Der Bayerische Bauernverband hat die Landesregierung aufgefordert, den betroffenen Landwirten schnell und unbürokratisch zu helfen. „Wir brauchen jetzt Soforthilfen und eine unbürokratische Abwicklung der Entschädigungszahlungen“, fordert Bezirkspräsident Karl Fink. Das Landwirtschaftsministerium hat bereits angekündigt, die Lage zu prüfen und gegebenenfalls ein Hilfspaket zu schnüren.

Landrat Hans-Joachim Weirather zeigte sich betroffen: „Die Bilder von den zerstörten Feldern sind erschütternd. Wir werden alles tun, um die betroffenen Familien zu unterstützen.“ Er kündigte an, dass das Landratsamt eine Koordinierungsstelle einrichten werde, um die Hilfsmaßnahmen zu bündeln.

Versicherungen rechnen mit hohen Schäden

Die Versicherungswirtschaft rechnet mit erheblichen Schadenssummen. Allein bei der Bayerischen Versicherungskammer seien bislang über 500 Schadensmeldungen eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Die meisten betreffen Hagelschäden an Gebäuden und Fahrzeugen. Landwirte, die eine Mehrgefahrenversicherung abgeschlossen haben, können auf Ersatz hoffen, doch viele kleine Betriebe sind nicht ausreichend versichert.

Meteorologen sehen in dem Unwetter eine Folge des Klimawandels. „Extremwetterereignisse wie dieses werden in Zukunft häufiger auftreten“, erklärt Dr. Sabine Wüst vom Deutschen Wetterdienst. Sie rät Landwirten, ihre Anbaumethoden anzupassen und in Hagelnetze oder resistentere Sorten zu investieren.

Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren

Derweil laufen die Aufräumarbeiten im Unterallgäu auf Hochtouren. Hunderte Helfer von Feuerwehr, THW und Landwirten sind im Einsatz, um die Schäden zu beseitigen. Viele Freiwillige haben ihre Hilfe angeboten, um den Betroffenen zur Seite zu stehen. Die Gemeinden haben Sammelstellen eingerichtet, an denen Sachspenden abgegeben werden können.

Die Landwirte versuchen nun, die Reste der Ernte zu bergen und die Felder für die nächste Saison vorzubereiten. Doch die Stimmung ist gedrückt. „Wir werden noch lange an diesem Wochenende zu knabbern haben“, sagt Josef Müller. „Aber wir werden uns nicht unterkriegen lassen.“

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