In der Gemeinde Dunellen im US-Bundesstaat New Jersey hat die Polizei eine ungewöhnliche Methode gewählt, um Autofahrer zu erwischen, die während der Fahrt ihr Handy benutzen. Ein Beamter verkleidete sich als Busch und beobachtete vom Straßenrand aus den Verkehr. Innerhalb von sechs Stunden stellte die Polizei dabei 74 Bußgeldbescheide aus.
Grüner Tarnanzug und Fernglas als Tarnung
Auf einem Foto, das die Behörde Ende Juli auf Facebook veröffentlichte, ist eine Person in einem grünen Ganzkörper-Tarnanzug zu sehen, der einem Busch ähnelt. In der Hand hält der Beamte ein Fernglas. Ein weiterer Polizist trug während der Kontrolle ein T-Shirt mit der Aufschrift „Not a cop“ (deutsch: „Kein Polizist“). Die Aktion fand im 100er-Block der North Washington Avenue statt, einem Bereich, den die Polizei als „stark befahren und fußgängerreich“ beschreibt.
Gesetz gegen Handynutzung am Steuer
Die Kontrolle diente der Durchsetzung des New-Jersey-Gesetzes, das die Nutzung mobiler Geräte während der Fahrt verbietet. Erstverstöße werden mit einer Geldstrafe von 200 bis 400 Dollar geahndet. Bei einem zweiten Verstoß steigt die Strafe auf 400 bis 600 Dollar, ab dem dritten Verstoß sind 600 bis 800 Dollar fällig. Zusätzlich droht der Entzug des Führerscheins für 90 Tage.
„Behaltet die Straße im Blick, nicht euren Bildschirm“
Die Polizei von Dunellen schrieb auf Facebook: „Heute führte die Polizei von Dunellen eine Kontrollaktion gegen Ablenkung am Steuer durch.“ Sie fragte: „Haben Sie heute unseren ‚Strauch‘ entdeckt? Wenn Sie mit dem Blick auf Ihr Handy fixiert waren, wahrscheinlich nicht!“ Die Beamten hätten „alle Hände voll zu tun“ gehabt, so die Behörde weiter. Im Durchschnitt wurde demnach nicht einmal alle fünf Minuten ein Bußgeldbescheid verhängt. Die Polizei appelliert: „Behaltet die Straße im Blick, nicht euren Bildschirm.“
Hintergrund: Speedweek in Deutschland
Während in Deutschland in der ersten Augustwoche die „Speedweek“ läuft, bei der die Polizei verstärkt Temposünder kontrolliert, setzt Dunellen auf kreative Methoden gegen Ablenkung. Die Aktion zeigt, wie Behörden mit unkonventionellen Mitteln die Verkehrssicherheit erhöhen wollen.



