YouTuber-Paar treibt Baby mit Downsyndrom ab und erhält Morddrohungen
YouTuber-Paar: Baby mit Downsyndrom abgetrieben, Morddrohungen

Ein US-amerikanischer YouTuber und seine Frau haben öffentlich gemacht, dass sie sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschieden haben, nachdem bei ihrem ungeborenen Kind das Downsyndrom diagnostiziert wurde. Die Offenlegung dieser persönlichen Entscheidung führte zu einem massiven Shitstorm und sogar zu Morddrohungen gegen das Paar.

Die Entscheidung des Paares

Jesse Ridgway, der seit Jahren seinen Alltag auf YouTube dokumentiert, teilte mit seiner Frau die Nachricht von der Fruchtwasseruntersuchung mit seinen Followern. Ende Mai konnten die Zuschauer live miterleben, wie die beiden die Diagnose Trisomie 21 erhielten. Am Donnerstag verkündete Ridgway dann auf der Plattform X, dass sie sich dazu entschlossen hätten, die Schwangerschaft zu beenden. Er betonte, dass diese Entscheidung ihnen nicht leichtgefallen sei. „Wir haben eine schwierige Entscheidung getroffen, von der wir glauben, dass sie unserer Familie auf lange Sicht von Vorteil sein wird“, schrieb er.

Begründung und öffentliche Reaktionen

Ridgway erklärte, dass die möglichen gesundheitlichen Probleme, die mit dem Downsyndrom einhergehen – wie Herzfehler, Gehörprobleme oder Intelligenzminderung – ausschlaggebend für die Entscheidung waren. Er habe ursprünglich Vater werden wollen, „komme was wolle“, aber er habe „einfach nicht ganz verstanden, was Downsyndrom wirklich bedeutet“. Der Beitrag wurde mehr als 22 Millionen Mal aufgerufen und löste eine Flut von Hasskommentaren aus. Viele Nutzer kritisierten, dass die Ridgways das Video monetarisiert hätten, also Werbung schalteten, um mit dem Tod ihres ungeborenen Babys Geld zu verdienen. Auch der Zeitpunkt der Abtreibung wurde thematisiert. Zwar ist nicht genau bekannt, in welcher Schwangerschaftswoche der Abbruch durchgeführt wurde, aber die Geburt war für den Herbst angekündigt. In den USA variieren die Abtreibungsgesetze je nach Bundesstaat; einige erlauben Abtreibungen unter bestimmten Bedingungen bis kurz vor der Geburt, andere bis zur 24. Woche.

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Prominente Stimmen und Drohungen

Neben Eltern von Kindern mit Downsyndrom und Abtreibungsgegnern meldete sich auch der Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, zu Wort. Er bezeichnete die Entscheidung der beiden als „böse“ und warnte: „Wenn eine Kultur so weit verfällt, dass ‚Influencer‘ im Internet den vorsätzlichen Mord an ihrem eigenen geliebten Kind so beiläufig abtun können, ist das Überleben dieser Kultur selbst in Gefahr.“ Ridgway sagte gegenüber der „New York Times“, dass er und seine Frau Morddrohungen erhalten hätten und sogar mit Adolf Hitler verglichen worden seien.

Statistiken und Hintergrund

In den USA werden jedes Jahr bis zu 90 Prozent der Schwangerschaften mit Downsyndrom-Diagnose abgebrochen. In Deutschland sind die Zahlen ähnlich: Schätzungen zufolge lassen neun von zehn Schwangeren bei Trisomie 21 einen Abbruch vornehmen. Diese Zahlen zeigen, dass die Entscheidung der Ridgways kein Einzelfall ist, sondern eine gesellschaftliche Realität widerspiegelt. Die Debatte über Abtreibungen von Babys mit Behinderungen ist in den USA jedoch besonders hitzig und polarisiert die Gesellschaft.

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