Im Kampf gegen den schweren Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo sind nun mehrere Studien mit Medikamenten und Impfstoffen angelaufen. Selbst im günstigsten Fall, dass sich die Mittel als wirksam erweisen, werde es noch Monate dauern, bis sie allen Betroffenen zur Verfügung stehen, erklärte Vasee Moorthy von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf. Gleichzeitig zeigten sich vielversprechende Daten aus vorklinischen Studien, die noch in dieser Woche ausgewertet werden sollen.
Erste Medikamentenstudie läuft mit 50 Patienten
Bei der ersten Medikamentenstudie sind nach Angaben von Moorthy inzwischen 50 Patientinnen und Patienten in drei Behandlungszentren eingeschrieben. Insgesamt sollen zehn Zentren an der Studie teilnehmen, jedoch fehlt es an geschultem Personal, um die Patienten ausreichend überwachen zu können. Die Studie testet mögliche Therapien gegen die Krankheit, die in der Region bereits rund 1.700 Menschenleben gefordert hat.
Zusätzlich werden 25 Menschen mit einer möglichen Prophylaxe behandelt. Dabei handelt es sich meist um Angehörige, die direkten Kontakt zu infizierten Personen hatten. Das Medikament soll verhindern, dass die Krankheit bei ihnen ausbricht. Diese Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Ansatzes, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.
Impfstofftests an gesunden Freiwilligen
In Großbritannien hat der erste Test mit einem möglichen Impfstoff an gesunden Freiwilligen begonnen. Ein zweiter Test soll in dieser Woche in Kanada starten. Geprüft wird, welche Immunantwort die Verabreichung des Impfstoffs hervorruft. Der erste Impfstoff wurde an der Universität Oxford und dem Serum Institute in Indien entwickelt, der zweite von der Firma Moderna.
Bislang wurden Impfstoffe nur gegen andere Ebola-Varianten entwickelt. Für die derzeit im Kongo grassierende Bundibugyo-Variante gibt es noch keinen zugelassenen Impfstoff. Die WHO betont, dass die laufenden Studien wichtige Erkenntnisse liefern könnten, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und künftige Ausbrüche besser zu bekämpfen.
Herausforderungen bei der Umsetzung
Die Einbeziehung weiterer Behandlungszentren gestaltet sich schwierig, da qualifiziertes Personal fehlt. Die Überwachung der Patienten ist entscheidend für den Erfolg der Studien. Die WHO arbeitet mit lokalen Behörden und internationalen Partnern zusammen, um die Kapazitäten zu erweitern.
Experten warnen, dass selbst bei positiven Ergebnissen die Produktion und Verteilung der Medikamente und Impfstoffe Monate in Anspruch nehmen wird. Bis dahin bleiben Präventionsmaßnahmen wie das Isolieren von Infizierten und das Überwachen von Kontaktpersonen entscheidend, um die Ausbreitung zu verlangsamen.



