Freizeitkrankheit im Urlaub: Jeder Fünfte wird krank – das hilft
Freizeitkrankheit im Urlaub: Jeder Fünfte wird krank

Schon wieder erkältet – und das ausgerechnet im Urlaub? Das ist kein Zufall: Rund jeder fünfte Urlauber wird während der Ferien krank, obwohl er sich eigentlich erholen möchte. Schuld ist der abrupte Wechsel vom Arbeitsstress zur Entspannung.

Was hinter der Freizeitkrankheit steckt

Das Phänomen trägt einen Namen: „Leisure Sickness“. Es beschreibt ein psychologisches Stressmuster, bei dem die Erschöpfung erst dann zum Vorschein kommt, wenn der Druck von außen nachlässt. Typische Anzeichen sind grippale Infekte, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme – der Körper macht schlapp, sobald er herunterfahren soll.

Besonders häufig trifft es Menschen, die perfektionistisch veranlagt sind oder unter hohem Leistungsdruck stehen. Sie ignorieren im Alltag oft die Warnsignale des Körpers und sind dann im Urlaub umso anfälliger.

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Wie Stresshormone das Immunsystem schwächen

Stress ist nicht per se schlecht. Adrenalin und Cortisol versetzen den Körper in Alarmbereitschaft und sorgen dafür, dass er kurzfristig Höchstleistungen erbringen kann. Dauerbelastung führt jedoch dazu, dass diese Hormone über einen langen Zeitraum erhöht sind. Sobald der Urlaub beginnt, sinken die Spiegel abrupt ab – und genau dann hat das Immunsystem eine Schwächephase.

Der Körper muss erst lernen, mit dem Umschalten umzugehen. Ein kräftiges Immunsystem kann diesen Wechsel besser abfedern. Wer es stärken möchte, setzt auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf. Das hilft nicht nur im Alltag, sondern auch dabei, Urlaubstage ohne Krankheit zu genießen.

Den Übergang sanft gestalten

Die größte Gefahr lauert in den Tagen vor der Abreise. Wer bis zur letzten Minute arbeitet, To-do-Listen abarbeitet und dann mit letzter Kraft in den Flieger steigt, riskiert einen Infekt. Besser ist es, bereits im Alltag regelmäßige Entspannungsübungen einzuplanen – sei es ein kurzer Spaziergang, Yoga oder einfaches bewusstes Atmen.

In den letzten Arbeitstagen sollten Aufgaben an Kollegen übergeben werden. Zudem empfiehlt es sich, mindestens einen Puffertag vor der Reise einzuplanen, an dem nur gepackt und angekommen wird. Auch nach der Rückkehr ist ein solcher Puffer sinnvoll, um nicht direkt im Stress zu landen.

Tipps für die ersten Urlaubstage

Wer sofort nach der Ankunft komplett entspannt auf der Liege liegt, überfordert den Körper. Hilfreich ist ein sanfter Start mit etwas Sightseeing. So gewöhnt sich der Organismus langsam an den niedrigeren Stresslevel. Von Tag zu Tag können die Aktivitäten dann reduziert werden – bis irgendwann nur noch das Liegen auf dem Programm steht.

Ein weiterer Stressfaktor ist die ständige Erreichbarkeit. Wer sein Smartphone nicht ausschalten möchte, sollte zumindest Benachrichtigungen deaktivieren und das Gerät in der Tasche lassen. Gerade die ersten Tage braucht der Kopf eine klare Trennung vom Job.

Anreise: Vorsicht vor Klimaanlagen

Klimaanlagen in Zügen und Flugzeugen sind für ein geschwächtes Immunsystem eine zusätzliche Belastung. Die trockene, kalte Luft greift die Schleimhäute an und erleichtert Viren den Eintritt. Wer empfindlich ist, sollte einen Schal um den Hals legen und auf dünne Sommerkleidung während der Anreise verzichten. Ein Tuch wärmt den Hals und schützt vor Zugluft.

Außerdem gilt: viel Wasser trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten, und regelmäßig aufstehen bzw. die Beine bewegen. Das fördert die Durchblutung und hält den Kreislauf in Schwung. Auch das Händewaschen sollte auf Reisen nicht vernachlässigt werden – sie sind einer der Hauptübertragungswege für Erreger.

Kurztrips statt Dauerurlaub

Die Erholungsforschung hat herausgefunden, dass echte Entspannung erst nach etwa einer Woche eintritt. Mehr als zehn Tage am Stück steigern den Erholungseffekt nicht weiter. Wer also nicht den gesamten Jahresurlaub auf eine einzige Reise konzentriert, sondern mehrere kürzere Auszeiten einplant, hat langfristig mehr davon. Kurztrips sind keine schlechte Alternative – im Gegenteil, sie verhindern, dass der Stress sich überhaupt erst aufbaut.

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Bei Krankheit im Urlaub: Diese Rechte haben Sie

Und wenn der Infekt trotz aller Vorsicht zuschlägt? Dann hilft nur eines: Gelassenheit. Wer sich über die vermeintlich vergeudeten Urlaubstage ärgert, erhöht den Stress und verlängert die Krankheit. Wichtiger ist, die eigenen Ansprüche zu senken und dem Körper die nötige Ruhe zu geben.

Arbeitnehmer haben zudem ein gutes Argument zur Beruhigung: Krankheitstage im Urlaub sind kein verlorenes Urlaubsgeld. Laut Bundesurlaubsgesetz müssen sich Urlaubstage, an denen man arbeitsunfähig ist, nicht auf den Erholungsurlaub anrechnen lassen. Dafür ist ein ärztliches Attest erforderlich – auch im Ausland, etwa von einem örtlichen Arzt. Den Arbeitgeber sollte man am besten schon während der Reise informieren und das Attest unaufgefordert einreichen. So bleiben die Tage als Urlaub erhalten und können später genommen werden.