Am frühen Donnerstagabend ist es in der Manetstraße Ecke Konrad-Wolf-Straße in Berlin-Lichtenberg zu einer Beschädigung einer Gasleitung gekommen. Auslöser waren unterirdische Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln. Ein Sprecher des Gasversorgers Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg (NBB) bestätigte den Vorfall dem Tagesspiegel.
Straßensperrung und Tram-Umleitung
Die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) teilte mit, dass die Konrad-Wolf-Straße zwischen Waldowstraße und Roedernstraße für den gesamten Verkehr gesperrt ist. Auch der Tramverkehr ist betroffen: Die Linien werden umgeleitet, wie der NBB-Sprecher ergänzte. Die Berliner Feuerwehr ist ebenfalls vor Ort und kontrolliert derzeit Gebäude in der Manetstraße. Ein Feuerwehrsprecher erklärte, man prüfe, ob Gas in die Häuser eingedrungen sei und eine Gefahr für Anwohner bestehe.
Reparaturarbeiten und Gasversorgung
Teams der NBB und einer Baufirma arbeiten gemeinsam daran, die beschädigte Leitung zu lokalisieren und zu reparieren. Dazu wird die Fahrbahn geöffnet. Wie lange die Arbeiten dauern werden, ist nach Angaben des NBB-Sprechers derzeit noch unklar. Die Gasversorgung der umliegenden Haushalte sei jedoch nicht unterbrochen, da das Netz vorübergehend über andere Leitungen gespeist werde.
„Erdrakete“ verursacht Schaden
Der Schaden entstand nach Aussage des Sprechers beim Einsatz eines Bodenverdrängungshammers, umgangssprachlich auch „Erdrakete“ genannt. Dieses Gerät verdrängt unterirdisch die Erde, sodass Kabel verlegt werden können, ohne dass Baugruben ausgehoben werden müssen. Allerdings kommt es bei dieser Technik immer wieder zu Schäden an Gasleitungen. Allein im Jahr 2024 verursachten solche Vorfälle in Berlin, Brandenburg sowie Teilen Sachsens und Sachsen-Anhalts Schäden von mehr als 800.000 Euro, so der NBB-Sprecher.
Hintergrund: Häufige Schäden bei Glasfaserarbeiten
Die Beschädigung von Gasleitungen bei Tiefbauarbeiten ist kein Einzelfall. Besonders bei der Verlegung von Glasfaserkabeln mittels Erdrakete kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. Die NBB verzeichnet jährlich zahlreiche solche Schäden, die nicht nur Kosten verursachen, sondern auch Sicherheitsrisiken für Anwohner und Einsatzkräfte darstellen. Im aktuellen Fall in Lichtenberg ist die Gefahr nach ersten Einschätzungen der Feuerwehr jedoch begrenzt. Weitere Messungen stehen noch aus.
Anwohner werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die VIZ empfiehlt, die Konrad-Wolf-Straße zu meiden und auf alternative Routen auszuweichen. Der Tramverkehr wird über Ersatzhaltestellen umgeleitet. Die Fahrgäste sollten die aktuellen Durchsagen beachten.



