Die häufigsten Krankheiten im Landkreis Unterallgäu sind Rückenschmerzen, Bluthochdruck und Diabetes. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der AOK Bayern. Die Krankenkasse hat die Diagnosedaten von rund 45.000 Versicherten im Landkreis analysiert. Demnach leidet fast jeder vierte Einwohner an einer dieser Erkrankungen.
Rückenschmerzen führen die Liste an
Mit Abstand am häufigsten sind Rückenschmerzen: Rund 22 Prozent der AOK-Versicherten im Unterallgäu erhielten im Jahr 2023 diese Diagnose. Auf Platz zwei folgt Bluthochdruck mit etwa 20 Prozent, dahinter Diabetes Typ 2 mit rund zwölf Prozent. Auch psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen gehören zu den Top-10-Diagnosen.
Die Auswertung basiert auf den Abrechnungsdaten von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern. Sie gibt Aufschluss über die gesundheitliche Lage der Bevölkerung im Landkreis. Die AOK Bayern hat die Daten für alle bayerischen Landkreise veröffentlicht, um regionale Unterschiede sichtbar zu machen.
Regionale Unterschiede zu Bayern
Im Vergleich zum bayerischen Durchschnitt liegen die Unterallgäuer bei vielen Diagnosen leicht darüber. So ist die Häufigkeit von Rückenschmerzen um zwei Prozentpunkte höher als im Freistaat. Bei Bluthochdruck beträgt der Unterschied sogar drei Prozentpunkte. Nur bei Krebserkrankungen liegt der Landkreis unter dem Landesdurchschnitt.
Die AOK Bayern betont, dass die Daten keine Rückschlüsse auf die Qualität der medizinischen Versorgung zulassen. Vielmehr spiegeln sie das Gesundheitsverhalten und die Altersstruktur der Bevölkerung wider. Der Landkreis Unterallgäu hat einen hohen Anteil älterer Menschen, was die Häufigkeit von chronischen Erkrankungen erklärt.
Prävention als Schlüssel
Die Krankenkasse empfiehlt, verstärkt auf Prävention zu setzen. Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Vorsorgeuntersuchungen könnten viele Erkrankungen verhindern oder frühzeitig erkennen. Die AOK bietet dazu Kurse und Programme an, die von den Versicherten im Unterallgäu rege genutzt werden.
Die vollständige Liste der Top-25-Diagnosen finden Sie in der Übersicht unten. Sie umfasst neben den genannten auch Erkrankungen wie Asthma, Schilddrüsenunterfunktion und Gelenkverschleiß. Die Daten sind Teil des Gesundheitsreports der AOK Bayern, der jährlich erscheint.
Top-25-Diagnosen im Unterallgäu
- Rückenschmerzen (22 %)
- Bluthochdruck (20 %)
- Diabetes Typ 2 (12 %)
- Depression (9 %)
- Angststörungen (7 %)
- Asthma (6 %)
- Schilddrüsenunterfunktion (5 %)
- Gelenkverschleiß (5 %)
- Kopfschmerzen (4 %)
- Schlafstörungen (4 %)
Die Prozentangaben beziehen sich auf den Anteil der AOK-Versicherten, die mindestens einmal im Jahr eine entsprechende Diagnose erhalten haben. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber die häufigsten Gesundheitsprobleme im Landkreis.
Laut AOK-Sprecherin Maria Müller ist die Auswertung wichtig, um die Versorgung gezielt zu verbessern: „Die Daten helfen uns, regionale Besonderheiten zu erkennen und passgenaue Angebote zu entwickeln.“ Der Gesundheitsreport wird in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftlichen Institut der AOK erstellt.
Reaktionen aus der Region
Der Landkreis Unterallgäu begrüßt die Veröffentlichung. Gesundheitsamtsleiter Dr. Thomas Huber betont, dass die Ergebnisse die Arbeit der lokalen Gesundheitseinrichtungen bestätigen. Man werde die Daten nutzen, um Präventionsmaßnahmen weiter auszubauen. Auch die Ärzteschaft sieht die Studie als hilfreich an, um die Versorgung zu optimieren.
Die AOK Bayern plant, den Gesundheitsreport jährlich zu aktualisieren. Damit sollen langfristige Entwicklungen sichtbar werden. Für die Bürger im Unterallgäu bedeutet das: Sie können sich auf eine kontinuierliche Beobachtung ihrer Gesundheit verlassen.



