Legionellen-Ausbruch in Basel: Kühlturm als Quelle identifiziert
Legionellen in Basel: Kühlturm als Quelle

In der Schweizer Stadt Basel hat ein besonders schwerer Legionellen-Ausbruch für Aufsehen gesorgt. Innerhalb von nur zwei Wochen haben sich nach offiziellen Angaben der Behörden 26 Menschen mit der Legionärskrankheit infiziert, eine Person ist an den Folgen der Infektion gestorben. Zahlreiche Betroffene mussten sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Das Gesundheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat nun den wahrscheinlichen Ausbruchsherd identifiziert: einen mit Wasser betriebenen Kühlturm auf einem Gebäudedach, der umgehend stillgelegt wurde.

Kühlturm als Ursache: Wasserdampf verbreitet Bakterien

Der betreffende Kühlturm war mit Legionellen kontaminiertem Wasser betrieben worden. Solche Anlagen stoßen Wasserdampf aus, der sich je nach Wetterlage und Windverhältnissen über einen größeren Umkreis verteilen kann. „Wenn Anwohnende die Wassertröpfchen einatmen, können sie sich anstecken“, erklärte das Gesundheitsdepartement in einer Stellungnahme. Die Behörde betonte jedoch, dass herkömmliche Klimaanlagen und Wärmepumpen, wie sie in Privathaushalten üblich sind, nicht von dem Problem betroffen seien.

Legionellen: Übertragungswege und Risikogruppen

Legionellen sind Bakterien, die grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Lungenentzündungen auslösen können. Sie werden häufig über zerstäubtes Wasser übertragen – etwa durch Duschen, Whirlpools, Luftbefeuchter oder Wasserhähne. Ideale Wachstumsbedingungen finden die Erreger bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes sowie Herz- und Lungenerkrankungen.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Lage in Deutschland: Zahlen und Entwicklungen

In Deutschland erkranken jährlich mehr als 2.000 Menschen an der Legionärskrankheit, wobei größere Ausbrüche selten sind. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) starben im Jahr 2024 insgesamt 104 Patienten an den Folgen, während es im Vorjahr 115 Todesfälle waren. Diese Zahlen verdeutlichen, dass Legionellen auch hierzulande ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen, auch wenn die Fallzahlen im Vergleich zu anderen Infektionskrankheiten niedrig erscheinen mögen.

Reaktionen und Maßnahmen in Basel

Die Basler Behörden haben umgehend reagiert und den betroffenen Kühlturm stillgelegt, um weitere Ansteckungen zu verhindern. Die Ermittlungen zur genauen Ursache der Kontamination laufen noch. Die Bevölkerung wurde informiert und auf mögliche Symptome hingewiesen. Ärzte in der Region wurden sensibilisiert, um Verdachtsfälle schnell zu erkennen und zu behandeln.

Prävention: So schützen Sie sich vor Legionellen

Um einer Legionellen-Infektion vorzubeugen, empfehlen Experten, Wasserleitungen regelmäßig zu spülen, insbesondere wenn sie längere Zeit nicht genutzt wurden. Auch die Wassertemperatur sollte in Warmwassersystemen über 60 Grad Celsius liegen, um das Bakterienwachstum zu hemmen. Besitzer von Kühltürmen oder anderen wasserführenden Anlagen sollten regelmäßige Wartungen und Kontrollen durchführen lassen, um Kontaminationen frühzeitig zu erkennen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration