Meningitis-Welle in England: Zwei Tote – Impfmöglichkeiten in Deutschland
Meningitis-Welle in England: Zwei Tote – Impfmöglichkeiten in Deutschland

In der englischen Grafschaft Kent breitet sich eine Meningitis-Welle aus. Zwei junge Menschen im Alter von 18 und 21 Jahren sind gestorben, mindestens elf weitere liegen schwer krank im Krankenhaus, eine Person befindet sich im Koma. Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA bestätigte, dass es sich um den besonders gefährlichen Typ MenB handelt, der sich rasant entwickeln und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden kann.

Die Fälle konzentrieren sich auf die Städte Canterbury, Ashford und Whitstable. Die Ermittlungen deuten auf einen Nachtclub in Canterbury als möglichen Ausbruchsort hin. Rund 2000 Partygäste wurden vorsorglich zur Einnahme von Antibiotika aufgerufen. Auf dem Campus der University of Kent bildeten sich Schlangen von Studierenden, die Antibiotika erhielten – ähnlich wie zu Corona-Zeiten wurde wieder Abstand gehalten.

Meningitis ist eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, die durch Bakterien ausgelöst wird. Die Übertragung erfolgt per Tröpfcheninfektion, vor allem in engen Gemeinschaften wie Kitas, Schulen oder Clubs. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis zehn Tage. Symptome sind Nackensteifigkeit, starke Kopfschmerzen, Fieber, Erbrechen und Benommenheit. In schweren Fällen kann es zu einer Sepsis oder Hirnhautentzündung kommen.

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In Deutschland empfiehlt die STIKO seit Januar 2024 eine Impfung gegen Meningokokken B (MenB) für alle Säuglinge ab zwei Monaten. Zuvor war nur die Impfung gegen Meningokokken C Standard. Die Impfquote gegen MenC liegt bei fast 90 Prozent. Für MenB stehen die Impfstoffe Bexsero® und Trumenba® zur Verfügung. Die Kosten werden von vielen gesetzlichen Krankenkassen übernommen, müssen aber nicht zwingend erstattet werden.

Die Impfstoffe decken jedoch nicht alle MenB-Varianten ab: Bexsero® schützt vor etwa 82 Prozent der in Deutschland zirkulierenden Stämme, Trumenba® wird eine breite Abdeckung zugeschrieben. Internationale Daten zeigen, dass Impfungen die Fallzahlen senken, aber nicht alle Erkrankungen verhindern. In Großbritannien, wo Säuglinge routinemäßig gegen MenB geimpft werden, erkranken weiterhin Kinder – sowohl geimpfte als auch ungeimpfte.

Angesichts der aktuellen Infektionswelle in England und der zunehmenden Reisetätigkeit warnen Experten vor einer möglichen Ausbreitung nach Deutschland. Besonders gefährdet sind Säuglinge und junge Erwachsene. Die STIKO empfiehlt daher, den Impfschutz zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuholen.

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