Wespen-Alarm: „Manche haben eine kurze Zündschnur“
Wespen-Alarm: „Manche haben eine kurze Zündschnur“

Wespen-Alarm in Deutschland: Aktuell sind die Insekten so aufdringlich wie lange nicht. Imker Holger Ackermann bringt es im Video auf den Punkt: „Manche haben eine kurze Zündschnur.“ Was das bedeutet und wie Sie die Wespenplage überstehen, lesen Sie hier.

Die Wespen fliegen auf Kuchen, Grillfleisch und Limonade – und das mit einer Beharrlichkeit, die viele Menschen in den Wahnsinn treibt. Doch die Aufregung ist meist unnötig. Mit ein paar einfachen Regeln können Sie die Begegnungen stressfreier gestalten. Das Wichtigste zuerst: Nicht panisch reagieren.

Warum Wespen im Sommer so angriffslustig sind

Im Spätsommer haben es die Insekten auf süße Nahrung abgesehen. Der Grund liegt im Lebenszyklus des Wespenvolkes. Bis Juli ernähren sich die Arbeiterinnen von zuckerhaltigen Sekreten, die ihre Larven absondern. Nach der Aufzucht der neuen Königinnen fällt diese Nahrungsquelle weg. Die Arbeiterinnen müssen jetzt selbst Kohlenhydrate suchen – und das dort, wo Menschen essen.

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Gleichzeitig werden die Völker immer größer. Im August kann ein einziges Nest der Deutschen oder Gemeinen Wespe aus mehreren Tausend Tieren bestehen. Diese zwei Arten sind übrigens die einzigen, die dem Menschen wirklich lästig werden. Alle anderen Wespenarten haben kein Interesse an unserem Essen.

Rund 600 Wespenarten, nur zwei Plagegeister

In Deutschland gibt es rund 600 Wespenarten. Die meisten davon sind schwarz-gelb gefärbt, aber nur die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) stören die Kaffeetafel. Sie sind an ihrer Größe von etwa zwölf Millimetern und ihrer auffälligen Wespentaille zu erkennen. Hornissen sind mit über 20 Millimetern deutlich größer, gelten aber als friedlich.

Dennoch: Sobald eine Wespe sich bedroht fühlt, sticht sie zu. Ihr Stachel ist nicht mit Widerhaken versehen, sodass die Tiere mehrfach zustechen können. Ein Wespenstich ist schmerzhaft, aber für die meisten Menschen nicht gefährlicher als ein Bienenstich. Das Gift enthält Histamin, das Schwellungen verursacht.

So schützen Sie sich vor Wespenstichen

Imker Holger Ackermann hat in seinem Video die wichtigsten Tipps zusammengefasst. Wir fassen die Empfehlungen von Experten zusammen:

  • Abstand halten zu Wespen und Nestern; nicht in die Flugbahn greifen.
  • Anpusten vermeiden; das im Atem enthaltene Kohlendioxid wirkt auf Wespen wie ein Angriffssignal.
  • Getränke mit Strohhalm trinken und Gläser abdecken, damit keine Wespe hineinfällt.
  • Süße Speisen nicht offen stehen lassen; nach dem Essen Teller wegräumen.
  • Im Freien Kinderwagen und Lauflernhilfen auf Wespen kontrollieren, bevor sie genutzt werden.
  • Parfums und duftende Cremes im Sommer reduzieren – sie locken Wespen an.
  • Wenn eine Wespe auf Ihnen landet: Stillhalten und abwarten. Sie fliegt meist von allein weg.

Besondere Vorsicht ist beim Essen im Freien geboten. Es hat sich bewährt, das Futter und die Getränke mit Abdeckhauben oder Tüchern zu schützen. Der Duft von Kaffee, Kuchen oder süßen Limonaden zieht die Tiere magisch an. Auch Hundefutternäpfe nicht unbeaufsichtigt lassen.

Was tun, wenn es gestochen hat?

Sollte es dennoch zum Stich kommen, hilft schnelles Handeln. Die Einstichstelle kühlen, eventuell mit einem Kühlpad. Bei einem Stich im Mund- oder Rachenraum ist sofort ein Notarzt zu verständigen, da die Schleimhaut anschwellen kann. Menschen mit Insektengiftallergie tragen oft ein Notfallset bei sich. Auch für Haustiere kann ein Stich gefährlich sein.

Wer unsicher ist, ob ein Stich problematisch ist, kann sich telefonisch bei der Giftnotzentrale melden. Diese gibt es in jeder Region Deutschlands. Wer einmal von einer Wespe gestochen wurde, weiß: Der Schmerz klingt nach wenigen Stunden ab. Der Juckreiz bleibt länger – Kühlen hilft am besten.

Asiatische Hornisse: Eine echte Gefahr für Bienen

Während heimische Wespen in diesem Jahr für Aufsehen sorgen, bringt ein weiteres Insekt Imker in Sorge: die Asiatische Hornisse (Vespa velutina). Sie wurde vermutlich über Warentransporte nach Europa eingeschleppt und breitet sich seitdem aus. Anders als die heimische Hornisse macht sie Jagd auf Honigbienen und kann ganze Völker schwächen. Für den Menschen ist sie nicht aggressiver als heimische Wespen – die Stiche sind ähnlich schmerzhaft.

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„Sticht eine, stechen alle“, heißt es oft. Doch dieses Sprichwort bezieht sich eher auf die effektive Verteidigung des Nestes. Die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse wird von den Behörden beobachtet. Nester sollten entdeckt und fachgerecht entfernt werden. Zuständig sind dann die örtlichen Imkervereine oder die Untere Naturschutzbehörde. Wer ein Nest findet, sollte es melden, aber niemals selbst bekämpfen.

Wespenzeit dauert nicht mehr lange

Die gute Nachricht: Die Plage hat ein natürliches Ende. Bei den heimischen Wespen sterben die Arbeiterinnen im Herbst, nur die begatteten Königinnen überwintern in geschützten Verstecken. Mit den ersten kalten Nächten wird der Wespenflug deutlich weniger. Im nächsten Jahr beginnt das Spiel von vorn – aber dann sind Sie besser gewappnet.

Also: Genießen Sie den Spätsommer, essen Sie Ihr Eis entspannt und befolgen Sie die Tipps von Fachleuten wie Holger Ackermann. Damit die Begegnungen mit Wespen nicht im Krankenhaus enden.