Millimeterarbeit: Sternbrücke-Transport in Hamburg unterbrochen
Sternbrücke-Transport in Hamburg gestoppt

Transport der Sternbrücke vorerst gestoppt

Die neue Sternbrücke im Hamburger Stadtteil Altona ist am Donnerstagvormittag auf das letzte, rund 500 Meter lange Teilstück ihrer Reise gegangen – und musste die Fahrt nach nur wenigen Metern wieder unterbrechen. Grund sind Verzögerungen bei der Herstellung des Transportwegs entlang der Max-Brauer-Allee, wie ein Bahn-Sprecher erklärte. Die Mitarbeitenden der niederländischen Transportfirma müssen nun wegen der einzuhaltenden Ruhezeiten eine Pause einlegen. Der 3700 Tonnen schwere Koloss soll gegen 20 Uhr wieder in Gang gesetzt werden. Der Einhub der Brücke ist dann für Freitagfrüh ab etwa 3 Uhr geplant.

Ein zentrales Bauwerk für das europäische Bahnnetz

Hamburgs Verkehrssenator Anjes Tjarks (Grüne) bezeichnete die neue Bahnüberführung im Bezirk Altona als „einen zentralen Punkt im europäischen Bahnnetz und auch in unserer Stadt“. Nach der für Ende August vorgesehenen Wiedereröffnung werden pro Tag etwa 1000 Züge mit rund 90.000 Menschen auf der sogenannten Verbindungsbahn unterwegs sein. Die neue Brücke ersetzt ein altes Bauwerk und soll den Bahnverkehr in der Region erheblich verbessern.

Technische Details des Transports

Bewegt wird der Stahlkoloss auf 48 sogenannten SPMT – die Abkürzung steht für Self-Propelled Modular Transporter (selbstfahrender Modultransporter). Insgesamt 1088 Räder, die um 360 Grad drehbar sind, tragen die Brücke. Die Max-Brauer-Allee wurde dafür durchschnittlich um etwa 60 Zentimeter aufgeschüttet und mit Stahlplatten verstärkt. Entlang des Weges wurden Laternen abgesägt, das Vordach einer Tankstelle gekappt und 86 Bäume gefällt. Die maximale Geschwindigkeit des Transports beträgt einen Kilometer pro Stunde. Bereits am Mittwoch war die Brücke etwa 50 Meter seitwärts versetzt und auf die Einbauhöhe von sechs Metern über dem Straßenniveau angehoben worden.

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Auswirkungen auf den Verkehr und die Anwohner

Der Transport sorgt für erhebliche Beeinträchtigungen im Stadtteil Altona. Die Max-Brauer-Allee ist während der Arbeiten gesperrt, und der öffentliche Nahverkehr wird umgeleitet. Anwohner und Geschäfte müssen mit Lärm und Einschränkungen rechnen. Die zuständigen Behörden haben die Bevölkerung frühzeitig informiert und Bitte um Geduld geäußert. Nach dem Einhub der Brücke werden noch Restarbeiten wie Gleisverlegungen und Asphaltierungen folgen, bevor die Brücke Ende August wieder dem Verkehr übergeben werden kann.

Ein Jahrhundertprojekt für Hamburg

Die neue Sternbrücke ist Teil eines größeren Infrastrukturprogramms der Deutschen Bahn in Hamburg. Mit Investitionen in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro soll der Schienenverkehr in der Metropolregion zukunftsfähig gemacht werden. Die Brücke ist 108 Meter lang und 21 Meter breit und wird künftig vier Gleise aufnehmen. Sie ist so konstruiert, dass sie auch den Anforderungen des Güterverkehrs und des Hochgeschwindigkeitsverkehrs gerecht wird. Die Fertigstellung gilt als Meilenstein für den Ausbau des europäischen Bahnnetzes.

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