Rüsselsheim – Beim Zusammenstoß zwischen einem Streifenwagen und einem Auto auf der Kreuzung der Bundesstraßen B519 und B43 sind am Samstagnachmittag zwei kleine Kinder verletzt worden. Nach Angaben der Polizei war der Funkstreifenwagen auf einer Einsatzfahrt mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs, als es aus bislang ungeklärter Ursache zu der Kollision kam.
Unfallhergang
Der Streifenwagen befuhr die B519 in nördlicher Richtung und wollte die Kreuzung zur B43 überqueren. Zeitgleich war eine 35 Jahre alte BMW-Fahrerin aus dem Main-Taunus-Kreis mit ihren beiden Töchtern auf der B43 von Rüsselsheim in Richtung Bischofsheim unterwegs. Im Kreuzungsbereich stießen beide Fahrzeuge zusammen.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei waren die Beamten mit Sonderrechten unterwegs. Dennoch müssen die genauen Umstände des Zusammenstoßes noch ermittelt werden. Insbesondere die Frage, ob die Fahrerin des BMW das Einsatzfahrzeug rechtzeitig wahrnehmen konnte und ob die Verkehrssituation eine gefahrlose Kreuzungsdurchfahrt zuließ, wird Gegenstand der laufenden Untersuchungen sein.
Verletzte Kinder und Rettungseinsatz
Durch den Aufprall erlitten die zwei und sechs Jahre alten Töchter der Autofahrerin leichte Verletzungen. Die Rettungskräfte brachten die beiden Mädchen in ein nahe gelegenes Krankenhaus, wo sie medizinisch versorgt wurden. Über den Gesundheitszustand der Mutter sowie der Polizeibeamten machte die Polizei zunächst keine Angaben.
Beide Fahrzeuge wurden bei dem Unfall so stark beschädigt, dass sie nicht mehr fahrbereit waren und von Abschleppdiensten abtransportiert werden mussten. Der Sachschaden wird von der Polizei auf einen mittleren fünfstelligen Betrag geschätzt – eine genaue Bezifferung steht jedoch noch aus.
Verkehrssperrung und Einsatz der Behörden
Für die Dauer der Unfallaufnahme und der Räumungsarbeiten sperrte die Polizei Teile des Kreuzungsbereichs der B519 und B43. Der Verkehr wurde örtlich umgeleitet. Im Einsatz waren neben dem Rettungsdienst auch die Feuerwehr Rüsselsheim sowie Streifen der Polizeistationen Mörfelden-Walldorf und Rüsselsheim. Der genaue Ablauf des Einsatzes war am Abend noch Gegenstand der Nachbereitung.
Ermittlungen und Zeugenaufruf
Die Polizei hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Zeugen, die den Zusammenstoß beobachtet haben oder Hinweise zum Verhalten der Beteiligten geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei Mörfelden-Walldorf unter der Telefonnummer 06105/4006-0 zu melden. Insbesondere werden Verkehrsteilnehmer gesucht, die den Streifenwagen auf der B519 oder den BMW auf der B43 vor dem Unfall gesehen haben.
Einsatzfahrten im Straßenverkehr: Risiken und Pflichten
Unfälle mit Einsatzfahrzeugen sind ein wiederkehrendes Thema im Straßenverkehr. Wenn Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs sind, müssen alle anderen Verkehrsteilnehmer sofort freie Bahn schaffen. In der Praxis führt dies an Kreuzungen immer wieder zu gefährlichen Situationen, da nicht immer eindeutig erkennbar ist, aus welcher Richtung das Einsatzfahrzeug kommt und welche Absichten es verfolgt.
Verkehrsrechtlich gilt: Einsatzfahrzeuge dürfen unter bestimmten Voraussetzungen auch bei Rot in eine Kreuzung einfahren, wenn sie Sonderrechte nach § 35 der Straßenverkehrsordnung nutzen. Allerdings müssen sie dabei so fahren, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Die spätere Rekonstruktion des Unfalls wird zeigen, ob die Beamten im konkreten Fall alle Sorgfaltspflichten eingehalten haben.
Für Autofahrer bedeutet die Begegnung mit einem Einsatzfahrzeug: Ruhe bewahren, Geschwindigkeit reduzieren, rechts heranfahren und die Kreuzung nicht blockieren. Dennoch ist die Lage oft unübersichtlich – besonders für Fahrer, die das Einsatzfahrzeug erst spät wahrnehmen. Der Vorfall in Rüsselsheim verdeutlicht, wie schnell aus einer scheinbar normalen Fahrsituation ein schwerer Unfall werden kann.
Hintergrund zur Unfallstelle
Die Kreuzung der B519 und B43 liegt im hessischen Rüsselsheim am Main und ist eine viel befahrene Verbindung. Die B43 verbindet unter anderem Rüsselsheim mit Bischofsheim und der Autobahnanschlussstelle, während die B519 als Umgehungsstraße genutzt wird. An Wochenenden ist dort erfahrungsgemäß mit erhöhtem Ausflugs- und Berufsverkehr zu rechnen, was die Situation zusätzlich komplex macht.
Anwohner und regelmäßige Verkehrsteilnehmer fordern seit Langem eine bessere Signalisierung oder den Ausbau der Kreuzung. In der Vergangenheit hatte es dort bereits mehrere Unfälle gegeben, bei denen allerdings seltener Einsatzfahrzeuge involviert waren. Die aktuelle Kollision könnte nun neue Debatten über die Verkehrssicherheit in diesem Bereich anstoßen.
Die Polizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen und wird nach Abschluss einen Bericht vorlegen. Bis dahin bleiben die verletzten Kinder aus Rüsselsheim in medizinischer Betreuung. Die Mutter und die Beamten dürften nach dem Schock des Zusammenstoßes in den nächsten Tagen mit den Nachwirkungen beschäftigt sein.



