Es war gegen 19.30 Uhr am Sonntagabend, als es an der Haustür eines Einfamilienhauses im Hamburger Stadtteil Billwerder klingelte. Draußen standen zwei junge Frauen. Eine 83-jährige Bewohnerin öffnete ahnungslos die Tür – und damit einer Gruppe von Verbrechern, die offenbar gezielt das Haus ausgesucht hatten. Noch im Türrahmen drängten mehrere maskierte Männer die Seniorin zur Seite und stürmten in das Gebäude. Sie durchsuchten die Räume nach Wertgegenständen.
Das Haus wirkt von außen gepflegt: Die Hecke ist akkurat geschnitten, vor der Eingangstür stehen Kübel mit frischen Blumen. Offenbar hatten es die Täter genau auf dieses Anwesen abgesehen. Während die beiden Frauen klingelten und die Bewohnerin an die Tür lockten, warteten die maskierten Männer im Hintergrund. Als die 83-Jährige öffnete, nutzten sie den Moment und drängten sich gewaltsam in das Haus. Die Frauen blieben vor der Tür zurück und verschwanden wenig später spurlos.
Überfall im Obergeschoss
Im Obergeschoss trafen die Eindringlinge auf einen 51-jährigen Mann, der sich offensichtlich dort aufhielt. Nach Angaben der Polizei bedrohten die Angreifer den Hausbewohner mit einer Stichwaffe. Was genau in dem Raum geschah, ist bislang nicht restlos geklärt. Fest steht jedoch: Der 51-Jährige erlitt schwere Verletzungen. Die Täter flüchteten anschließend unerkannt mit ihrer Beute, ohne dass die Polizei sie fassen konnte.
Alarmierte Rettungssanitäter und Notärzte übernahmen die Erstversorgung des schwer verletzten Mannes. Er wurde stark blutend in ein Krankenhaus in Hamburg eingeliefert. Auf Fotos vom Tatort ist der 51-Jährige blutend auf einer Trage zu sehen, umringt von mehreren Helfern. Die 83-jährige Seniorin blieb äußerlich unversehrt, dürfte aber den Schock des brutalen Überfalls noch lange in Erinnerung behalten.
Großfahndung mit Hubschrauber und Spürhunden
Nach dem Raubüberfall löste die Polizei Großalarm aus. Schwer bewaffnete Beamte rückten an, um die Umgebung weiträumig abzuriegeln. Mehr als ein Dutzend Streifenwagen beteiligten sich an der Fahndung nach den Verdächtigen. Auch ein Hubschrauber der Bundespolizei kreiste über dem Stadtteil, während Ermittler mit Spürhunden die Straßen und Gärten durchkämmten. Die Beamten hofften, die flüchtigen Täter noch in der Nähe zu stellen – doch die Suche blieb ohne Erfolg.
Erst übernahm der Kriminaldauerdienst die Ermittlungen. Am Montagmittag teilte die Polizei auf Nachfrage der BILD mit, dass die Fahndung bisher keinen Erfolg gebracht habe. Die Täter sind weiterhin auf der Flucht. Mittlerweile liegt die Bearbeitung des Falls beim Raubdezernat der Hamburger Polizei. Die Ermittler prüfen nun Spuren, sichern Beweismittel und versuchen, die Identität der beiden Frauen sowie der maskierten Männer zu klären.
Ermittlungen dauern an
Die genaue Rolle der beiden jungen Frauen ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen könnten sie als Lockvögel gedient haben, um die Bewohnerin an die Tür zu holen. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass es sich um eine überregional agierende Tätergruppe handelt. Die Höhe der Beute ist noch nicht bekannt. Auch der genaue Tathergang im Obergeschoss wird weiter untersucht. Die Beamten gehen davon aus, dass die Täter das Haus zuvor beobachtet hatten, da sie gezielt die ahnungslose Seniorin an die Tür lockten.
Der Überfall sorgt in dem ansonsten ruhigen Stadtteil Billwerder für Bestürzung. Anwohner berichten von einer sonst friedlichen Nachbarschaft. Viele fragen sich, wie es zu einer solchen Tat in ihrer unmittelbaren Umgebung kommen konnte. Die Polizei bittet mögliche Zeugen, sich zu melden. Insbesondere Personen, die am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr verdächtige Beobachtungen im Bereich des Tatorts gemacht haben oder denen die beiden Frauen oder die flüchtenden Männer aufgefallen sind, werden gebeten, Hinweise zu geben.
Die Ermittlungen zu dem brutalen Raubüberfall dauern an. Das Raubdezernat hat die weiteren Schritte übernommen. Ob ein Zusammenhang mit anderen Taten in Hamburg besteht, wird derzeit geprüft. Die Polizei hat angekündigt, die Öffentlichkeit über den Fortgang der Ermittlungen zu informieren.



