Im Prozess um den Tod des achtjährigen Fabian aus Güstrow haben die Eltern des Jungen stundenlang als Zeugen ausgesagt. Die Mutter und der getrennt lebende Vater schilderten ihren Sohn als liebevoll, zuverlässig und aufgeschlossen. Die Angeklagte, die Ex-Freundin des Vaters, soll den Jungen am 10. Oktober 2025 heimtückisch ermordet haben.
Die Mutter beschrieb Fabian als sehr zuverlässig und stolz auf ihn. Sie nannte ihn durchgängig „Fabi“. Der Vater betonte, dass Fabian in der Angeklagten eine Mutter gesehen und sie oft „Mama“ genannt habe. Die Mutter wandte sich direkt an die Angeklagte und sagte, sie könne nicht verstehen, was passiert sei. Der Richter unterbrach die Sitzung für zehn Minuten.
Die Beziehung des Vaters zur Angeklagten dauerte rund vier Jahre bis August 2025. Fabian war oft tagelang bei ihnen. Nachdem Fabian gesehen hatte, wie der Vater die Freundin schlug, wollte er nicht mehr dorthin. Es kam zu einem Kontaktabbruch von etwa eineinhalb Jahren. Erst im August 2025 lebte der Kontakt wieder auf.
Die Staatsanwaltschaft sieht Beziehungsprobleme als zentrales Tatmotiv. Die Angeklagte habe den Jungen getötet, um einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen. Der Vater habe die Beziehung nicht fortführen wollen, um den Kontakt zu seinem Sohn nicht zu gefährden.
Die Mutter hat keinen Kontakt mehr zum Vater, da sie nicht damit zurechtkommt, wie er mit dem Verlust umgeht. Sie kritisierte, dass er die Angeklagte in der Justizvollzugsanstalt besucht habe. Der Besuch ist laut Staatsanwaltschaft dokumentiert.
Die Angeklagte lächelte mehrmals während der Aussage des Vaters. Er beschrieb sie als einfühlsam, emphatisch, liebevoll, mit starkem Charakter und eifersüchtig. Ein Audio-Mitschnitt eines Gesprächs zwischen der Angeklagten und dem Vater wurde vorgespielt. Die Angeklagte verfolgte die Aussage der Mutter weitgehend ohne Reaktion. Sie will sich zunächst nicht äußern.



