Ein verurteilter Mörder ist am Dienstagnachmittag bei einem begleiteten Freigang in Peine geflohen. Der 42-jährige Straftäter nutzte einen Moment der Unachtsamkeit, um mit seinem eigenen Motorrad zu entkommen. Das teilte ein Sprecher des Landeskriminalamtes Niedersachsen mit.
Flucht während eines Besuchs bei der Mutter
Nach Angaben des Justizministeriums in Hannover hatte der Gefangene während seines Freigangs gemeinsam mit einem JVA-Mitarbeiter die Wohnung seiner Mutter besucht. Gegen 14.30 Uhr nutzte der Mann einen Aufenthalt in einer nahegelegenen Garage, um sich mit seinem dort abgestellten Motorrad zu entfernen. Der Begleiter konnte die Flucht nicht verhindern.
Es handelte sich um den 38. Begleitausgang des Strafgefangenen seit September 2023. Die vorherigen 37 Ausgänge seien beanstandungslos verlaufen, so das Ministerium.
Schwerverbrecher mit lebenslanger Haftstrafe
Der 42-Jährige verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Das Landgericht Hildesheim stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Der Mann mit deutscher Staatsbürgerschaft befindet sich seit Oktober 2010 in Haft.
Öffentlichkeitsfahndung eingeleitet
Da die Suche nach dem 192 Zentimeter großen und etwa 130 Kilogramm schweren Straftäter bislang erfolglos blieb, startete das Landeskriminalamt eine Öffentlichkeitsfahndung. Dabei wurden Fotos, der Name und eine genaue Personenbeschreibung des Mannes veröffentlicht.
Zum Zeitpunkt seiner Flucht trug der 42-Jährige eine schwarze Motorradjacke, ein schwarzes T-Shirt mit dem Schriftaufdruck „Metallica“, eine schwarze Cargohose und schwarze Schuhe. Er hat kurze Haare und einen Bart.
Polizei warnt vor Annäherung
Die Ermittler warnen die Bevölkerung: Wer den Geflohenen sieht, soll sich ihm nicht nähern, sondern umgehend die Polizei über den Notruf verständigen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes ist möglich, dass sich der Gesuchte bevorzugt in den Städten Peine und Kassel aufhält.



