Attendorn: Mutter zu fünf Jahren Haft wegen jahrelanger Kindeseinsperrung verurteilt
Attendorn: Mutter zu fünf Jahren Haft wegen jahrelanger Kindeseinsperrung verurteilt

Im September 2022 befreite die Polizei ein damals achtjähriges Mädchen aus einem Einfamilienhaus im Kreis Olpe. Ein anonymer Hinweis hatte die Behörden auf die Spur des Kindes geführt. Die Mutter soll ihre Tochter mehr als sieben Jahre lang eingesperrt und isoliert haben. Das Kind befand sich in einem psychisch und physisch extrem schlechten Zustand.

Das Landgericht Siegen verurteilte die Mutter nun zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sie ihre Tochter seit dem frühen Kleinkindalter im Haus der Großeltern versteckte und vollständig von der Außenwelt isolierte. Bei dem Kind wurden massive psychische, körperliche und sozial-emotionale Störungen festgestellt.

Die Mutter wurde unter anderem wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Freiheitsberaubung und Verletzung von Erziehungspflichten verurteilt. Die 80-jährige Großmutter erhielt als Mittäterin eine zweijährige Freiheitsstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Großvater wurde als Gehilfe zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Nach der Urteilsverkündung schloss die Vorsitzende Richterin die Öffentlichkeit aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig; eine Revision beim Bundesgerichtshof ist möglich.

Laut Anklage hatte die Mutter ihre Tochter seit dem 15. Juli 2015 eingesperrt, um sie ganz für sich allein zu haben. Sie gab dem Vater gegenüber vor, mit dem Kind in Italien zu leben. In der gesamten Zeit durfte das Mädchen nie draußen spielen, hatte keinen Kontakt zu anderen Kindern und besuchte weder Kita noch Schule.

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