Prozess um erhängten Hund Buddy startet in Flensburg
Prozess um erhängten Hund Buddy startet

Unter großer öffentlicher Anteilnahme hat am Amtsgericht Flensburg der Prozess gegen einen 38-jährigen Mann begonnen, der einen kleinen Pudel-Mischling namens „Buddy“ getötet haben soll. Der Staatsanwalt wirft dem Angeklagten vor, den Rüden Ende März des Vorjahres nicht, wie mit seiner Partnerin besprochen, ins Tierheim gebracht oder einschläfern lassen zu haben, sondern ihn mit einem dünnen Seil in einem Waldstück in Flensburg aufgehängt zu haben. Der Hund habe dabei Schmerzen und Angst erlitten und sei schließlich qualvoll gestorben. Die Anklage lautet auf Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

Hintergrund der Tat: Umzug und Abneigung gegen den Hund

Wie die Staatsanwaltschaft ausführte, waren die Besitzerin des Hundes und der Angeklagte ein Paar. Sie wollten in eine Wohnung umziehen, in der keine Tiere erlaubt waren. Zudem habe der Angeklagte den Hund nicht gemocht, so der Staatsanwalt weiter. Ursprünglich war nur ein Verhandlungstag für das Verfahren angesetzt.

Der Angeklagte bestritt vor Gericht die Tötung des Tieres. Er gab an, den Hund zum Einschläfern gebracht zu haben. Dabei habe er einen Bekannten getroffen, der den Hund übernommen habe. Die gesamte Entwicklung tue ihm sehr leid, er bereue es bis heute, den Hund allein gelassen zu haben.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Widersprüchliche Aussagen und Beziehungsstatus im Fokus

Während seiner Aussage verwickelte sich der Angeklagte mehrfach in Widersprüche. Auch die als Zeugin geladene Hundebesitzerin machte nach Einschätzung der Richterin widersprüchliche Angaben. Ein großer Teil der Verhandlung drehte sich um den Beziehungsstatus der beiden. Sie gaben an, verlobt zu sein. Die Richterin verwies jedoch auf mehrere Unstimmigkeiten und erklärte, sie gehe nach vorläufiger Würdigung nicht von einer Verlobung aus, die ein Zeugnisverweigerungsrecht begründen würde.

Der Fall hatte in Flensburg und insbesondere in den sozialen Medien für große Betroffenheit gesorgt. Es gab sogar Drohungen und Hasskommentare im Netz. Der Rüde konnte trotz fehlenden Mikrochips rasch identifiziert werden, unter anderem an seiner auffälligen Leine. Er war bereits rund ein Jahr zuvor ins Tierheim gekommen, nachdem die Polizei ihn angebunden in einem Wald bei Flensburg gefunden hatte.

Spenden und würdevolles Begräbnis für Buddy

Nach Buddys Tod wurden Spenden gesammelt, um ihm eine würdevolle Bestattung zu ermöglichen. Im Herbst wurde seine Asche nach einer Trauerfeier am Tierheim beigesetzt. Der Prozess wird fortgesetzt, ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration