Richter lässt IS-Terroristen laufen – CSD-Anschlag mit 30 Opfern
Richter lässt IS-Terroristen laufen – CSD-Anschlag mit 30 Opfern

Abdul Ballout (†21) wurde im Mai zu 22 Monaten Haft verurteilt – und kam dennoch frei. Der Islamist nutzte die Freiheit, um am 27. Juli einen tödlichen Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin zu verüben. Eine Frau aus Polen starb, 29 Menschen wurden teils lebensgefährlich verletzt.

Urteil trotz nachgewiesener Radikalisierung

Am 12. Mai stand Ballout vor einem Richter und zwei Jugendschöffen am Amtsgericht Tiergarten. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin warf ihm vor, 2025 in den Libanon gereist zu sein, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Das Urteil, das BILD vorliegt, spricht ihn schuldig. In der Begründung heißt es, eine Jugendstrafe sei nötig, da eine mildere Reaktion „kontraproduktiv“ wäre. Das Gericht zählt zahlreiche Radikalisierungsmerkmale auf: Ballout sah den Islam als „zuverlässige Stütze“, wechselte vom schiitischen zum sunnitischen Glauben – dem der IS angehört – und entwickelte den „Wunsch, sich dem IS anzuschließen, um gegen die erklärten Feinde des Islam zu kämpfen“. Ihm war bewusst, dass der IS Ungläubige als todeswürdig betrachtet.

Richter sah keine konkrete Gefahr

Trotz dieser Erkenntnisse setzte der Richter die Haftstrafe zur Bewährung aus. Ballout müsse sich sechs Monate lang nichts zuschulden kommen lassen und an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen. Die Begründung: Ballout habe sich im Prozess vom IS distanziert, und „aufgrund der dilettantischen Planung seines Vorhabens von einer konkreten Gefährdung der geschützten Rechtsgüter weit entfernt“ gewesen. Zudem rechnete der Richter sechs Monate Untersuchungshaft in Deutschland und drei Monate im Libanon an. Der Name des Richters ist anonymisiert.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Bereits 2022 war Ballout wegen Körperverletzung und Raubes verurteilt worden. Im damaligen Urteil hieß es, der damals 16-Jährige besuche „3–4 mal die Woche Kurse bei seinem Imam“ – ein Umstand, der dem Gericht im Mai bekannt war.

Tödliche Konsequenzen des Freispruchs auf Bewährung

Ballout nutzte die letzte Chance nicht. Am Samstag raste er mit einem Transporter in den CSD-Umzug im Tiergarten, tötete eine Mutter aus Polen und verletzte 29 Menschen. Als die Polizei ihn am Sonntag aufspürte, griff er die Beamten mit einer Stichwaffe an. Das Spezialeinsatzkommando erschoss ihn. „Der Richter hat die Persönlichkeit des Täters völlig falsch eingeschätzt“, kommentierte ein Ermittler. Der Fall wirft erneut Fragen nach der Risikobewertung islamistischer Straftäter und der Handhabung von Bewährungsstrafen auf.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration