In einer Videokonferenz der EU-Innenminister haben die Mitgliedstaaten ihre volle Unterstützung für Spanien im Umgang mit dem Massenandrang von Migranten auf die Exklave Ceuta bekundet. EU-Innenkommissar Magnus Brunner erklärte, es habe in der Runde „volle Solidarität mit Spanien“ gegeben. Er bezeichnete die Ereignisse als einen Test für die Sicherheit der europäischen Außengrenzen, den Europa „für den Moment definitiv bestanden“ habe.
Keine Durchreise in den Schengen-Raum
Nach Angaben des spanischen Innenministeriums gelangte kein einziger Migrant von Ceuta auf das spanische Festland und damit in den Schengen-Raum. Dieser Erfolg wurde von mehreren Ministern ausdrücklich gelobt. Zuvor hatten insbesondere Italien und Dänemark scharfe Kritik an Spaniens Vorgehen geübt. Der dänische Migrationsminister Morten Bödskov zeigte sich nun jedoch „sehr zufrieden“ mit der spanischen Reaktion.
Krisenkommunikation soll verbessert werden
Um künftige öffentliche Konfrontationen zu vermeiden, wollen die 27 Mitgliedstaaten ihre Kommunikation in Krisenzeiten verbessern. Der Rat der Mitgliedsländer erklärte nach der Sitzung, dass „zeitnahe Absprachen“ die Kommunikation verstärken und kohärenter machen sollen. Irlands Innenminister Jim O'Callaghan, dessen Land die EU-Ratspräsidentschaft innehat, betonte: „Die EU steht zusammen und ist bereit, Spanien zu unterstützen.“ Er nannte die Außengrenzen eine „gemeinsame Verantwortung“ und forderte eine geschlossene europäische Antwort auf Migration.
Zahlen und Fakten zur Lage in Ceuta
Nach aktualisierten Zahlen der spanischen Regierung hatten rund 72.000 Menschen Ceuta erreicht, viele davon schwimmend. Die meisten seien inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Am Dienstag befanden sich noch etwa 2000 Migranten in Ceuta. Bei dem Versuch, die Exklave zu erreichen, kamen nach Regierungsangaben 72 Menschen ums Leben.



