Die Stadt Bad Wörishofen bereitet sich auf einen trockenen Sommer 2026 vor. Angesichts anhaltender Trockenheit und sinkender Grundwasserstände hat die Kommune einen Maßnahmenkatalog beschlossen, der alle Bürgerinnen und Bürger zum Wassersparen verpflichtet. Oberbürgermeister Stefan Welzel betonte: „Die Versorgung mit Trinkwasser ist gesichert, aber wir müssen jetzt handeln, um Engpässe zu vermeiden.“
Hintergrund: Trockenheit und sinkende Pegel
Bereits in den vergangenen Jahren war die Region um Bad Wörishofen von unterdurchschnittlichen Niederschlägen betroffen. Die Grundwasserneubildung blieb hinter dem Verbrauch zurück. Laut Stadtverwaltung sank der Grundwasserstand in den letzten fünf Jahren um durchschnittlich 30 Zentimeter. Die Prognosen für 2026 zeigen keine Besserung: Die Wetterdienste erwarten einen weiteren trockenen Sommer.
Die Stadtverwaltung hat daher einen Notfallplan aktiviert. Dazu gehören unter anderem ein Verbot der Bewässerung von Gärten mit Trinkwasser zwischen 11 und 17 Uhr sowie das Verbot, Pools mit mehr als 10.000 Litern Fassungsvermögen zu befüllen. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern bis zu 5.000 Euro geahndet werden.
Erste Maßnahmen: Verbote und Appelle
Die neuen Regeln gelten ab sofort und bis auf Weiteres. Neben den zeitlichen Einschränkungen für die Gartenbewässerung wird auch das Waschen von Autos mit Trinkwasser auf dem eigenen Grundstück untersagt. Ausgenommen sind gewerbliche Waschanlagen, die ihr Wasser im Kreislauf führen.
Die Stadt appelliert an alle Haushalte, den täglichen Wasserverbrauch zu reduzieren. Empfohlen wird, beim Zähneputzen das Wasser abzudrehen, kürzer zu duschen und Regenwasser für die Pflanzen zu nutzen. Auch der Einsatz von wassersparenden Duschköpfen und Toilettenspülungen mit Stopptaste kann den Verbrauch deutlich senken.
Trinkwasser bleibt sicher – aber Anstrengungen nötig
Oberbürgermeister Welzel stellte klar: „Die Trinkwasserversorgung ist und bleibt sicher. Aber wir müssen alle gemeinsam dazu beitragen, dass das auch in den kommenden Monaten so bleibt.“ Die Stadtwerke haben bereits angekündigt, ein eigenes Monitoring einzurichten, um den Verbrauch in Echtzeit zu überwachen.
Die Bürgerinnen und Bürger zeigen sich verständnisvoll. „Wir haben die Trockenheit in den letzten Jahren gespürt. Sparen ist das Mindeste, was wir tun können“, sagt Anwohnerin Maria Huber. Auch Landwirt Josef Mayer unterstützt die Maßnahmen: „Meine Felder brauchen Wasser, aber ich versuche, so sparsam wie möglich zu sein.“
Zukunft: Nachhaltige Wassernutzung
Langfristig plant die Stadt, die Wasserversorgung auf eine nachhaltige Basis zu stellen. Dazu gehören der Ausbau von Zisternen für die Gartenbewässerung, die Förderung von Brauchwassernutzung und die Sanierung der Wasserleitungen, um Verluste zu minimieren. Die Stadtverwaltung prüft zudem, ob eine zweite Brunnenanlage gebaut werden kann.
Bis dahin appelliert die Stadt an alle, das Thema Wassersparen ernst zu nehmen. „Jeder Tropfen zählt“, sagt Welzel. „Wenn wir jetzt gemeinsam handeln, kommen wir gut durch den Sommer.“ Die Stadt wird regelmäßig über den aktuellen Stand informieren und die Maßnahmen bei Bedarf anpassen.



