Alle 39 offiziellen Berliner Badestellen sind nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) zum Baden geeignet. Die Badegewässerqualität wird auf der Liste des Lageso durchgehend mit Grün angezeigt, und die Wassertemperatur liegt an den meisten Orten über 20 Grad. Damit steht einer Abkühlung in den Gewässern der Hauptstadt grundsätzlich nichts im Wege.
Warme Temperaturen erhöhen Risiko für Zerkarien
Die warmen Temperaturen haben jedoch eine Kehrseite: An einigen Badestellen steigt das Risiko für das Ausschwärmen von Zerkarien. Diese ein Millimeter großen Larven von Saugwürmern leben normalerweise in inneren Organen von Wasservögeln und gelangen über Vogelkot ins Wasser. Wenn Menschen baden, können sie als Fehlwirte befallen werden, wie das Lageso erklärt.
Bei sensiblen Personen kann dies innerhalb weniger Stunden zu Hautreizungen führen. Eine sogenannte Badedermatitis äußert sich durch Quaddeln und Papeln – Hautknötchen, die stark jucken und bis zu drei Wochen bestehen bleiben können. Insbesondere Kinder sollten längere Aufenthalte im Flachwasserbereich vermeiden, da dort die Larven häufig vorkommen.
Sechs Badestellen mit erhöhtem Zerkarien-Risiko
Das Lageso weist darauf hin, dass das Risiko für das Ausschwärmen von Zerkarien bei Wassertemperaturen über 20 Grad an folgenden Orten kurzzeitig erhöht ist: Strandbad Wannsee, Strandbad Friedrichshagen, Krumme Lanke, Kleiner Müggelsee, Strandbad Müggelsee und Schlachtensee. Nach dem Baden sollte die Haut kräftig mit einem Handtuch abgerubbelt werden, und nasse Badebekleidung sollte sofort ausgezogen werden, um die Larven zu entfernen.
Am Tegeler See hingegen kommen laut Lageso toxinbildende Cyanobakterien, auch Blaualgen genannt, vor, die mit Wasserpflanzen vergesellschaftet sind. Ansammlungen von Wasserpflanzen am Ufer sollten daher gemieden werden, um Hautkontakt mit den Algen zu vermeiden.
Regelmäßige Überwachung der Gewässerqualität
Zwischen Mitte Mai und Mitte September werden die offiziell ausgewiesenen Badestellen im Abstand von 14 Tagen überwacht. Dabei führen die Behörden mikrobiologische und physikalisch-chemische Untersuchungen durch und beobachten das Algenwachstum. Wenn Grenzwerte überschritten werden, veranlasst das Lageso sofort neue Untersuchungen und veröffentlicht eine Warnung.
Weitere Gewässer werden alle vier Wochen beprobt. Falls die Anforderungen der EU-Badegewässerrichtlinie nicht erfüllt werden, können Warnungen, Empfehlungen oder sogar Badeverbote ausgesprochen werden. Die regelmäßige Kontrolle stellt sicher, dass die Berliner und ihre Gäste die Badesaison unbeschwert genießen können – mit den genannten Vorsichtsmaßnahmen.



