Im Hafen von Wismar ist ein Buckelwal aufgetaucht, bei dem es sich vermutlich um das bereits aus Schleswig-Holstein bekannte Tier namens „Hartwin“ handelt. Die Wasserschutzpolizeiinspektion Wismar wurde durch das Hafenamt über die Sichtung informiert. Das Deutsche Meeresmuseum erklärte auf Anfrage, dass die aktuellen Fotos aus dem Wismarer Hafen aufgrund des weißlichen vorderen Bereichs mit rotbrauner Verfärbung darauf hindeuten, dass es der Wal aus Kiel sei.
Identität noch nicht eindeutig bestätigt
Biologin Lisa Klemens vom Deutschen Meeresmuseum schränkte jedoch ein, dass derzeit keine Aufnahmen vorliegen, die einen zuverlässigen Abgleich anhand der Rückenflosse oder der Fluke ermöglichen. „Trotz vergleichbarer Auffälligkeiten bei der Verfärbung und Hautveränderung im Rücken- und Kopfbereich können wir daher zurzeit keine belastbare Aussage dazu treffen, ob es sich tatsächlich um dasselbe Tier handelt.“
Hintergrund: Sichtungen in Schleswig-Holstein
Mitte Juli hatte das schleswig-holsteinische Umweltministerium die Sichtung eines Buckelwals am Ausgang der Kieler Förde bestätigt. Damals hieß es, es handle sich vermutlich um ein zuvor in Schottland und Dänemark beobachtetes Tier. Am vorigen Freitag wurde der Wal in der Flensburger Förde gesichtet, vermutlich dasselbe Exemplar.
Verletzungen am Rücken besorgniserregend
Auf Fotos sind Wunden im Bereich des Rückens vor der Finne zu erkennen. „Anhand des bislang vorliegenden Bildmaterials lässt sich jedoch nicht feststellen, wodurch diese Verletzungen verursacht wurden“, so Klemens. Für eine verlässliche Einschätzung seien weitere Aufnahmen oder eine Untersuchung des Tieres erforderlich. Die helle Haut des Wals könnte auf eine Erkrankung oder Verletzung hindeuten – ob dies nur die Rückenpartie betrifft, sei unklar.
Wal schwimmt aus Hafen Richtung Nordwesten
Nach der Sichtung in Wismar schwamm der Wal aus dem Hafen in Richtung Nordwesten. Die Sprecherin des Deutschen Meeresmuseums teilte mit: „Bisher haben wir keine erneute Sichtungsmeldung zum Wal erhalten.“
Erinnerungen an „Timmy“
Die jüngsten Sichtungen erinnern an den Buckelwal „Timmy“, der vor einem halben Jahr ebenfalls im Hafen von Wismar auftauchte. „Timmy“ war mehrfach an der Küste gestrandet und wurde von einer privaten Initiative in einem umstrittenen Einsatz in die Nordsee gebracht. Mitte Mai wurde ein toter Wal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt, der anhand eines Senders als „Timmy“ identifiziert wurde.



