Die griechische Feuerwehr hat die Waldbrände westlich von Athen weitgehend unter Kontrolle gebracht. Nach vier Tagen intensiver Löscharbeiten zeichnet sich eine Entspannung der Lage ab, doch eine offizielle Entwarnung gibt es weiterhin nicht. Besonders kritisch bleiben die heißen Mittagsstunden, in denen sich aus Glutnestern erneut Brände entwickeln können.
Kampf gegen Glutnester und Windböen
Ein Sprecher der Feuerwehr, Giannis Artopoios, erklärte gegenüber dem Nachrichtensender ERTnews: „Gestern haben wir beobachtet, dass sich von Mittag an aus Glutnestern wieder Brände entwickelten, weil die Temperatur stieg und die Luftfeuchtigkeit abnahm.“ Dieses Phänomen wolle man bekämpfen, so Artopoios. Im Laufe des Tages sollen bis zu 30 Löschhubschrauber und -flugzeuge zum Einsatz kommen, um die Brandherde einzudämmen.
Die Lage sei jedoch weiterhin angespannt: „Es gibt weiterhin zahlreiche Glutnester und kleine Feuer, die durch einen Windstoß neu angefacht werden könnten“, warnte der Sprecher. „Es ist ein großes Gebiet, und es könnte jederzeit einen neuen Ausbruch geben.“ Im Großraum Athen und auf der nahe gelegenen Insel Euböa gilt weiterhin die zweithöchste Waldbrand-Alarmstufe.
Herausforderungen durch riesige Brandfläche
Problematisch sei auch die riesige Fläche, über die die Brände getobt hatten, sagte Artopoios. In den ersten Tagen hätten äußerst starke Winde die Flammen rasend schnell vorangetrieben, während gleichzeitig wegen der stürmischen Böen keine Unterstützung aus der Luft möglich gewesen sei. Nun müsse man mit dem großen Ausmaß zurechtkommen, mit weit verteilten Glutnestern in teils unzugänglichem Gebiet. „Wir wollen jeden Funken unter Kontrolle bringen, aber das wird dauern“, betonte der Sprecher.
Internationale Unterstützung und Militäreinsatz
An den Löscharbeiten sind rund 520 Feuerwehrleute beteiligt, darunter auch 46 Rettungskräfte aus Frankreich und Rumänien, sowie Hunderte Freiwillige. Zudem unterstützt das Militär mit schwerem Räumgerät, um schützende Schneisen zu schlagen und den Einsatzkräften in dicht bewachsenen Regionen den Weg freizuräumen.
Satellitenbilder zeigen derweil das Ausmaß der Brände: Laut dem griechischen Wetterdienst Meteo des Nationalen Observatoriums Athen sollen mehr als 13.000 Hektar Wald, Busch und landwirtschaftlich genutzte Fläche verbrannt sein – mithin 133 Quadratkilometer. Am Dienstagvormittag wurden mehrere neue Brände gemeldet, mindestens drei Ortschaften nördlich der Industriestadt Megara mussten geräumt werden.
Tödliche Unfälle und Bilanz
Am Sonntag starben zwei Menschen bei einem Zusammenstoß zweier Löschhubschrauber. Bereits Ende Juli waren drei Feuerwehrleute bei Einsätzen auf Kreta und der Halbinsel Peloponnes ums Leben gekommen. Die Behörden warnen weiterhin vor hoher Waldbrandgefahr und appellieren an die Bevölkerung, vorsichtig zu sein.



