Die Klimaschutzbewegung "Fridays for Future" hat für Donnerstag, den 6. August 2026, um 17 Uhr zu einer "Hitzedemo" vor dem Kanzleramt in Berlin aufgerufen. Anlass sind die aktuellen Waldbrände und extremen Hitzewellen in Südeuropa, wie die Bewegung am Dienstag mitteilte. Zu dem Protest wird auch die bekannte Aktivistin Luisa Neubauer erwartet.
Forderung nach bundesweitem Hitzeschutzplan
Die Bewegung fordert unter anderem einen bundesweiten Hitzeschutzplan, um für künftige Hitzewellen gewappnet zu sein. Dazu gehörten flächendeckende Warnsysteme. Der Plan müsse zudem eine "ganzheitliche Anpassung" gewährleisten und Bereiche wie Land- und Forstwirtschaft sowie die Gesundheitsversorgung einschließen.
Breites Bündnis fordert nationalen Hitzegipfel
Zudem will am Donnerstag ein breites Bündnis aus Naturschutz- und Sozialverbänden sowie Gewerkschaften vor dem Kanzleramt eine Presseerklärung abgeben, wie der "Deutschlandfunk" berichtet. Das Bündnis fordert in diesem Zuge einen nationalen "Hitzegipfel".
Sondersitzung des Umweltausschusses geplant
Auf Antrag der Grünen sollen kommende Woche im Bundestag die Obleute des Umweltausschusses zu einer Sondersitzung zusammenkommen. Dies teilte die Fraktion mit. Die Sondersitzung soll sich mit den Folgen der Hitzewellen und möglichen Schutzmaßnahmen befassen.
Die "Hitzedemo" ist Teil einer Reihe von Aktionen, mit denen "Fridays for Future" auf die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen aufmerksam machen will. Die Bewegung kritisiert, dass die Bundesregierung bislang keinen konkreten Hitzeschutzplan vorgelegt habe, obwohl die Zahl der Hitzetage in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe.
Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes gab es im Jahr 2025 im Schnitt 15 Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius – doppelt so viele wie im langjährigen Mittel. Diese Entwicklung mache deutlich, dass Anpassungsmaßnahmen unerlässlich seien, so die Aktivisten.
Die Organisatoren rechnen mit mehreren tausend Teilnehmern. Die Polizei Berlin hat für die Demonstration ein Sicherheitskonzept angekündigt. Der Protest soll friedlich verlaufen, betonte ein Sprecher von "Fridays for Future".
Luisa Neubauer, eine der bekanntesten Gesichter der Bewegung, sagte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Die Hitze ist da, und sie wird bleiben. Wir brauchen jetzt einen Plan, der alle schützt – nicht nur die, die sich Klimaanlagen leisten können." Sie kritisierte zugleich, dass die Bundesregierung beim Klimaschutz weiterhin zu zögerlich handle.
Die "Hitzedemo" findet nur wenige Tage nach dem verheerenden Waldbränden in Griechenland und Spanien statt, bei denen mehrere Menschen ums Leben kamen. Die Feuerwehr kämpft dort weiterhin gegen die Flammen. Diese Ereignisse hätten gezeigt, wie dringend ein Hitzeschutzplan sei, so die Bewegung.
In Deutschland gibt es bislang nur vereinzelte Hitzeaktionspläne auf kommunaler Ebene. Ein bundesweiter Plan, wie ihn "Fridays for Future" fordert, existiert nicht. Die Bundesregierung hatte im Koalitionsvertrag zwar angekündigt, einen solchen Plan zu erarbeiten, konkrete Schritte sind aber bislang ausgeblieben.
Die Sondersitzung des Umweltausschusses soll am kommenden Dienstag stattfinden. Dort sollen Vertreter des Umweltbundesamtes und der Länder angehört werden. Die Grünen fordern in ihrem Antrag, die Bundesregierung müsse bis zum Herbst einen Gesetzentwurf für einen bundesweiten Hitzeschutzplan vorlegen.
Die "Fridays for Future"-Bewegung will mit der "Hitzedemo" auch ein Zeichen setzen, dass Klimaschutz nicht nur eine Frage der Zukunft, sondern auch der Gegenwart sei. Die steigenden Temperaturen hätten bereits heute konkrete Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und die Landwirtschaft. Ein Hitzeschutzplan sei daher überfällig.



