Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für Dienstag, den 4. August, eine amtliche Warnung vor extremer Hitze in Bayern herausgegeben. In weiten Teilen des Freistaats werden Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius erwartet. Die Warnung gilt insbesondere für die Donauregion und Teile Unterfrankens.
Wo die höchsten Temperaturen erwartet werden
Nach Angaben des DWD sind vor allem die Gebiete entlang der Donau sowie die Städte Würzburg und Regensburg betroffen. Dort könnte das Thermometer am Nachmittag die 38-Grad-Marke erreichen. Auch in München und Nürnberg werden Höchstwerte um 36 Grad erwartet. In den Alpenregionen bleibt es mit 30 bis 33 Grad etwas kühler.
Der DWD hat die Warnstufe 3 (markante Wetterlage) ausgerufen. Für einige Kreise an der Donau gilt sogar die Warnstufe 4 (extreme Wetterlage). Diese Stufe wird nur selten erreicht und bedeutet eine erhebliche Gefahr für die Gesundheit.
Gesundheitsrisiken durch die Hitzewelle
Die extreme Hitze stellt eine besondere Belastung für den menschlichen Körper dar. Der DWD weist darauf hin, dass es zu Hitzekrämpfen, Erschöpfung oder sogar einem Hitzschlag kommen kann. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder und Personen mit Vorerkrankungen.
Der Bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appelliert an die Bevölkerung: „Trinken Sie ausreichend Wasser, meiden Sie die Mittagssonne und kühlen Sie Ihre Wohnung in den frühen Morgenstunden. Gerade für ältere Mitbürger ist es wichtig, dass Angehörige und Nachbarn nach ihnen schauen."
Tipps für den Umgang mit der Hitze
- Viel trinken: Mindestens zwei bis drei Liter Wasser pro Tag
- Auf körperliche Anstrengung im Freien verzichten
- Leichte und luftige Kleidung tragen
- Räume abdunkeln und nur in den kühlen Morgenstunden lüften
- Auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichten
Der DWD empfiehlt außerdem, auf nicht notwendige Wege ins Freie zu verzichten. Wer arbeiten muss, sollte die Pausen in schattigen Bereichen verbringen und die Arbeit in die frühen Morgenstunden verlegen.
Hitzewelle könnte bis Donnerstag anhalten
Nach der aktuellen Prognose wird die Hitzewelle mindestens bis Donnerstag anhalten. Erst zum Wochenende hin ist eine leichte Abkühlung in Sicht. Der DWD rechnet damit, dass die Temperaturen dann auf Werte um 30 Grad zurückgehen.
Die hohen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf die Natur. Die Waldbrandgefahr in Bayern ist deutlich gestiegen. Der Deutsche Wetterdienst hat für mehrere Regionen die Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5 ausgerufen. Das Bayerische Umweltministerium bittet die Bevölkerung um besondere Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer.
Besondere Vorsicht an Gewässern
Die Hitze lockt viele Menschen an Badeseen und Flüsse. Die Wasserwacht Bayern warnt jedoch vor einer erhöhten Gefahr durch Abkühlungsschock. „Gerade bei den aktuellen Temperaturen ist der Temperaturunterschied zwischen Luft und Wasser besonders groß. Wer überhitzt ins Wasser springt, riskiert einen Kreislaufkollaps", erklärt ein Sprecher der Wasserwacht.
Die Rettungsschwimmer raten, sich langsam abzukühlen und zunächst die Beine ins Wasser zu halten, bevor man vollständig eintaucht. Besonders Kinder sollten niemals unbeaufsichtigt an Gewässern spielen.
Hitzefrei in Schulen und Arbeitsschutz
Für viele Schulen in Bayern könnte es am Dienstag hitzefrei geben. Das Kultusministerium hat die Schulen ermächtigt, bei Temperaturen über 30 Grad in den Klassenzimmern den Unterricht zu verkürzen oder in kühlere Räume zu verlegen. Eltern sollten sich bei den Schulen über die konkreten Regelungen informieren.
Für Arbeitnehmer gelten die Regelungen der Arbeitsstättenverordnung. Danach müssen Arbeitgeber bei Temperaturen über 30 Grad geeignete Maßnahmen ergreifen, etwa durch Ventilatoren oder das Bereitstellen von Getränken. Bei über 35 Grad müssen zusätzliche Maßnahmen wie Arbeitszeitverkürzung oder zusätzliche Pausen angeboten werden.
Die Kommunen in den betroffenen Regionen haben bereits reagiert. In mehreren Städten werden öffentliche Trinkwasserbrunnen bereitgestellt, und in Würzburg bleiben die Freibäder am Dienstag länger geöffnet. Für obdachlose Menschen haben die Diakonie und die Caritas zusätzliche Anlaufstellen mit Schatten und Wasser eingerichtet.
Die Hitzewelle ist Teil einer länger anhaltenden Hochdrucklage, die warme Luft aus Nordafrika nach Mitteleuropa transportiert. Klimaforscher sehen darin ein Anzeichen für den Klimawandel. „Solche extremen Hitzeperioden werden in Zukunft häufiger und intensiver auftreten", sagt Prof. Michael Weber vom Institut für Klimaforschung in München.



