Die Hitzewelle in Europa erreicht neue Extreme: Italien hat die höchste Warnstufe auf alle 27 Großstädte ausgeweitet, während in Österreich mit 41 Grad ein historischer Temperaturrekord gemessen wurde. Die italienische Regierung spricht von einem potenziellen Gesundheitsnotstand.
Alarmstufe Rot für ganz Italien
Das italienische Gesundheitsministerium hat die Alarmstufe Rot ab Donnerstag für alle 27 Großstädte des Landes ausgerufen. Zuvor galt die höchste Warnstufe bereits für 25 Städte. Laut Ministerium ist dies das erste Mal in diesem Jahr, dass für alle 27 Städte die höchste Alarmstufe gilt. Die Behörden warnen, dass die Hitze ein ernstes Risiko für die gesamte Bevölkerung darstellt – auch für junge und gesunde Menschen.
In einigen Regionen Italiens klettern die Temperaturen auf bis zu 40 Grad Celsius. Auch nachts kühlt es vielerorts kaum unter 25 Grad ab. Für Menschen, die in der Landwirtschaft oder im Bauwesen arbeiten, gilt während der heißesten Stunden des Tages ein Arbeitsverbot. Die Regierung unterstützt die betroffenen Betriebe finanziell über Regelungen zur Kurzarbeit.
Österreich bricht Hitzerekord
In Österreich wurde am Dienstagnachmittag ein neuer landesweiter Hitzerekord aufgestellt. Die Temperatur im Wiener Bezirk Stammersdorf erreichte nach Angaben eines Sprechers der Geosphere Austria 41 Grad. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Jahr 2013 übertroffen, als in Deutsch-Altenburg in Niederösterreich 40,5 Grad gemessen wurden.
Der gesamte Juli war in Österreich – wie auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern – ungewöhnlich heiß und trocken. Örtlich fiel bis zu 90 Prozent weniger Regen als üblich, wie der Wetterdienst mitteilte. Die extreme Trockenheit hat drastische Folgen für die Schifffahrt: Die Güterschifffahrt auf der Donau ist laut Mobilitätsministerium weitgehend zum Erliegen gekommen, auch Flusskreuzfahrten sind deutlich eingeschränkt. Grund ist der extrem niedrige Wasserstand des Flusses.
Waldbrände und Klimawandel
Die anhaltende Hitze begünstigt auch Waldbrände in mehreren europäischen Ländern. In Griechenland breiten sich Feuer weiter aus, während sich die Lage in Frankreich und Spanien leicht entspannt hat. Wissenschaftler betonen, dass die menschengemachte Erderwärmung zu häufigeren und heftigeren Wetterextremen wie Hitze, Dürre und Unwettern führt.
Die Behörden in Italien und Österreich raten der Bevölkerung, direkte Sonneneinstrahlung zu meiden, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen und auf ältere Menschen sowie Kinder besonders zu achten. Die Hitzewelle soll nach aktuellen Prognosen noch mehrere Tage anhalten.



