Am Ammersee: Neue Regeln für Hunde im Wasser
Hunde im Ammersee: Neue Regeln

Der Zweckverband Ammersee hat neue Regelungen für das Baden von Hunden im Ammersee beschlossen. Künftig dürfen Hunde nur noch an ausgewiesenen Stellen ins Wasser, um den Gewässerschutz zu verbessern und Konflikte mit Badegästen zu vermeiden. Das gab der Verband am Donnerstag bekannt.

Was hat sich geändert?

Bislang war das Hundebaden im gesamten See erlaubt, solange keine Badegäste behindert wurden. Nun hat der Zweckverband eine Verordnung erlassen, die das Hundebaden auf bestimmte Zonen beschränkt. Diese Zonen sind an den Uferabschnitten der Gemeinden Dießen, Utting, Schondorf und Herrsching ausgewiesen. An allen anderen Stellen ist das Betreten des Wassers mit Hunden ab sofort verboten.

Die neuen Regeln gelten für das gesamte Ufer des Ammersees, also auch für die Bereiche, die nicht als offizielle Badestellen ausgewiesen sind. Der Zweckverband reagiert damit auf Beschwerden von Anwohnern und Badegästen, die sich durch freilaufende Hunde gestört fühlen. Auch die Wasserqualität spielt eine Rolle: In den flachen Uferzonen können Hundekot und Urin die hygienischen Bedingungen beeinträchtigen.

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Welche Bereiche sind betroffen?

Die ausgewiesenen Hundebadezonen befinden sich laut Verband an folgenden Orten: in Dießen am südlichen Ufer nahe der Campingplätze, in Utting am Westufer beim Strandbad, in Schondorf am Nordwestufer und in Herrsching am Ostufer. An diesen Stellen sind Schilder aufgestellt, die auf die Erlaubnis hinweisen. An allen anderen Uferabschnitten ist das Hundebaden untersagt, auch wenn der Hund angeleint ist.

Die Verordnung sieht zudem vor, dass Hunde in den ausgewiesenen Zonen nur angeleint ins Wasser dürfen. Das Leinenzwang gilt auch für den Uferbereich, um Konflikte mit anderen Erholungssuchenden zu vermeiden. Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro geahndet werden, wie der Zweckverband mitteilte.

Reaktionen aus der Bevölkerung

Die Reaktionen auf die neuen Regeln sind gemischt. Während viele Badegäste die Maßnahme begrüßen, zeigen sich Hundebesitzer verärgert. „Hunde sind seit jeher am Ammersee willkommen, und jetzt werden sie an die Leine gelegt“, kritisiert eine Hundebesitzerin aus Dießen. Der Zweckverband verweist dagegen auf die Notwendigkeit, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen. „Wir wollen den Schutz des Sees und die Erholung der Menschen gleichermaßen sicherstellen“, sagt eine Sprecherin des Verbands.

Die Gemeinde Herrsching unterstützt die Entscheidung ausdrücklich. Bürgermeister Christian Schiller betont: „Der Ammersee ist ein sensibles Ökosystem. Wir müssen Verantwortung übernehmen, damit er auch für kommende Generationen erhalten bleibt.“ Die neuen Regeln würden dazu beitragen, die Wasserqualität zu sichern und Konflikte zu entschärfen.

Hintergrund: Gewässerschutz am Ammersee

Der Ammersee ist mit einer Fläche von rund 47 Quadratkilometern der drittgrößte See Bayerns. Er wird intensiv für Erholung und Tourismus genutzt, aber auch als Trinkwasserreservoir. Die Wasserqualität wird regelmäßig überwacht, und in den letzten Jahren gab es wiederholt Aufforderungen, die Belastung durch Nährstoffe zu reduzieren. Hundekot enthält Bakterien und Nährstoffe, die das Algenwachstum fördern können.

Der Zweckverband Ammersee besteht aus den Gemeinden rund um den See und ist für die Unterhaltung und den Schutz des Gewässers zuständig. Die neue Verordnung tritt zum Beginn der Badesaison am 15. Mai in Kraft. Die ausgewiesenen Hundebadezonen sind in einer Karte auf der Website des Verbands einsehbar.

Ausblick

Ob die neuen Regeln dauerhaft Bestand haben, hängt von der Akzeptanz in der Bevölkerung ab. Der Zweckverband kündigte an, die Maßnahme nach einer Saison zu evaluieren und gegebenenfalls anzupassen. Hundebesitzer, die die ausgewiesenen Zonen nutzen, können weiterhin mit ihren Tieren schwimmen, müssen aber die Leinenpflicht beachten. Für alle anderen gilt: Der Ammersee bleibt ein Erholungsgebiet, aber mit klaren Regeln für ein respektvolles Miteinander.

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