Angesichts der sommerlichen Temperaturen steht der Asiatische Laubholzbockkäfer in Sachsen-Anhalt vor seiner Flugphase. Die Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau hat deshalb die Überwachung des Schädlings in und um Magdeburg deutlich intensiviert. Mehr als 300 Pheromonfallen wurden installiert, um eine mögliche Ausbreitung frühzeitig zu erkennen.
Überwachung mit Pheromonfallen
Die Fallen sind im Stadtgebiet von Magdeburg sowie in Teilen der Landkreise Jerichower Land und Börde verteilt. Gegenüber dem Vorjahr wurde ihre Zahl erhöht, wie die Landesanstalt mitteilte. Die Fallen dienen ausschließlich der Überwachung und nicht der Bekämpfung des Käfers. Finden die Fachleute darin Käfer, gilt das als Indiz für bislang unentdeckte Brutbäume. Diese werden anschließend gezielt gesucht, unter anderem mit Hilfe von Spürhunden.
Ein Fund führt jedoch nicht automatisch zur Fällung der betroffenen Bäume. Bleiben die Fallen von Mitte Mai bis Ende Oktober leer, steigt nach Angaben der Landesanstalt die Wahrscheinlichkeit, dass keine weiteren Käfer geschlüpft sind. Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Tilgung des Schädlings in der Region.
Entscheidende Phase der Tilgung
Christian Wolff, zuständiger Dezernatsleiter bei der Landesanstalt, betonte: „Wir finden nur noch sehr selten lebende Stadien des Schädlings und befinden uns daher weiterhin in der letzten und damit entscheidenden Phase der Tilgung in Magdeburg. Es kommt jetzt darauf an, die letzten befallenen Bäume zu finden. Die Fallen sind hierfür eine wertvolle Unterstützung.“
Die Behörde appelliert an die Bevölkerung, Verdachtsfälle zu melden. Der Asiatische Laubholzbockkäfer wurde erstmals 2014 im Magdeburger Stadtteil Rothensee nachgewiesen. Der aus Asien stammende Käfer befällt zahlreiche heimische Laubgehölze wie Ahorn, Birke, Pappel, Weide und Rosskastanie.
Quarantänezone und strenge Vorgaben
Zum Schutz der heimischen Laubholzbestände gilt in und um Magdeburg eine rund 50 Quadratkilometer große Quarantänezone. Innerhalb dieser Zone gelten strenge Vorgaben zur Bekämpfung des Schädlings, darunter regelmäßige Überwachung sowie die Fällung und Vernichtung potenziell befallener Bäume. Die Meldepflicht bei Verdachtsfällen ist ein weiterer Baustein der Strategie.
Die Behörde hofft, durch die intensive Überwachung und die Mithilfe der Bevölkerung die letzten befallenen Bäume zu finden und den Käfer in der Region auszurotten. Die kommenden Monate seien entscheidend, so Wolff.



