Solarpark Bad Wörishofen: Baustopp trotz Genehmigung
Solarpark Bad Wörishofen: Baustopp trotz Genehmigung

Die Bauarbeiten für den geplanten Solarpark in Bad Wörishofen sind vorerst gestoppt, obwohl die Genehmigung bereits vorliegt. Das bestätigte die Stadtverwaltung auf Nachfrage. Der Baustopp sorgt für Verzögerungen bei dem Projekt, das eigentlich schon in diesem Jahr starten sollte.

Hintergrund des Baustopps

Der Solarpark soll auf einer Fläche von rund 15 Hektar entstehen und eine Leistung von etwa 10 Megawatt erbringen. Die Genehmigung wurde nach Angaben der Stadt bereits im vergangenen Jahr erteilt. Dennoch wurde der Baubeginn nun gestoppt. Als Grund nannte die Stadtverwaltung offene Fragen im Zusammenhang mit der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Konkret geht es um die Höhe der Vergütung, die für den erzeugten Strom gezahlt wird. Aufgrund der aktuellen Marktlage und der gesetzlichen Rahmenbedingungen sei eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung derzeit nicht gesichert. Das habe dazu geführt, dass der Betreiber den Baustopp veranlasst habe, so die Stadt.

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Reaktionen aus der Politik

Die örtliche Politik zeigt sich verärgert über die Verzögerung. Der CSU-Stadtrat Markus Müller sagte: „Es ist frustrierend, dass ein genehmigtes Projekt nun an bürokratischen Hürden scheitert. Wir brauchen dringend mehr Tempo bei der Energiewende.“ Auch die Grünen im Stadtrat äußerten sich kritisch. „Die Bundesregierung muss die Rahmenbedingungen für Solarprojekte verbessern, damit solche Verzögerungen nicht vorkommen“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Anna Schmidt.

Auswirkungen auf die Energiewende

Der Baustopp hat auch Auswirkungen auf die regionalen Klimaziele. Die Stadt Bad Wörishofen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Der Solarpark sollte einen wichtigen Beitrag dazu leisten. Mit einer jährlichen Stromerzeugung von rund 10 Millionen Kilowattstunden könnte er rechnerisch etwa 3000 Haushalte versorgen. Durch die Verzögerung rückt dieses Ziel nun in weite Ferne.

Experten sehen in dem Fall ein Symptom für ein grundsätzliches Problem. „Viele Projekte der erneuerbaren Energien scheitern nicht an der Technik, sondern an den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“, sagt Dr. Julia Weber vom Institut für Energiewirtschaft. „Die Politik muss hier dringend nachbessern, um Investitionen zu sichern.“

Wie geht es weiter?

Die Stadtverwaltung zeigt sich dennoch optimistisch, dass der Solarpark letztlich gebaut wird. Man stehe in engem Austausch mit dem Betreiber, um eine Lösung zu finden. Auch eine Anpassung der Vergütungssätze durch den Gesetzgeber könnte das Projekt wieder wirtschaftlich machen. Bis dahin bleibt der Baustopp bestehen.

Betroffene Bürger zeigen Verständnis, aber auch Ungeduld. „Wir brauchen die erneuerbaren Energien, aber sie müssen sich auch rechnen“, sagt Anwohner Peter Huber. „Ich hoffe, dass die Verantwortlichen bald eine Einigung erzielen.“

Derweil prüft der Betreiber alternative Finanzierungsmodelle, etwa eine Bürgerbeteiligung. Diese könnte die Akzeptanz vor Ort erhöhen und gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit verbessern. Eine Entscheidung soll in den kommenden Wochen fallen.

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